Stadtwerke Warendorf: Preisbremse erst in Märzrechnung 


Die Entlastungsbeträge aus den Monaten Januar und Februar werden  erst mit dem März-Abschlag verrechnet.

Preisbremsen: Die Stadtwerke Warendorf werden die Entlastungsbeträge für Strom, Gas und Wärme von Januar und Februar 2023 erst mit dem Märzabschlag verrechnen. Foto: dpa

Warendorf (gl) - Die Bundesregierung hat zur längerfristigen Abdämpfung der gestiegenen Energiekosten die Strom-, Gas- und Wärmepreisbremse ab März 2023 auf den Weg gebracht. Privathaushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen werden damit bereits rückwirkend zum Januar 2023 entlastet.

Doch die erst im Dezember eingeführte Regelung ist in der Umsetzung eine Herausforderung für Versorger. Ende vergangener Woche haben die Stadtwerke Warendorf und die Warendorfer Energieversorgung (WEV) nach eigenen Angaben die Jahresverbrauchsrechnungen für Strom, Gas, Wasser und Wärme an ihre Kunden verschickt. Guthaben und Restforderungen der Jahresverbrauchsrechnung werden – wie üblich – mit der anstehenden Abschlagszahlung für den Monat Januar 2023 verrechnet.

Erst gelten neue Preise

Neu jedoch ist, dass die Abschläge für Januar und Februar einmalig auf Basis der neuen Preise und ohne Berücksichtigung der Preisbremsen berechnet werden. Ab März greifen dann die Preisbremsen für Strom, Erdgas und Wärme, und das sogar rückwirkend ab Januar. Die Entlastungsbeträge aus den Monaten Januar und Februar 2023 werden aber erst mit dem März-Abschlag verrechnet, sodass der Abschlagsbetrag für März also niedriger ausfallen werde.

Für die verbleibenden Monate im Jahr 2023 gilt dann laut Mitteilung ein neuer Abschlag, bei dem die jeweilige Preisbremse berücksichtigt ist.

Mehr Infos im Februar

Die Stadtwerke informieren über die genaue Höhe der Abschlagszahlungen in einem weiteren Schreiben im Februar. Sie bitten um Verständnis: „Die gesetzlichen Änderungen mussten sehr kurzfristig umgesetzt werden, deshalb können wir über die individuelle Entlastung und die Höhe der Abschläge für das laufende Jahr erst in einem Monat konkrete Angaben machen“, erklärt Ulrich Butterschlot, Geschäftsführer der Stadtwerke und der WEV, in dem Schreiben. Die Umsetzung der vielseitigen Vorgaben sei auch vor dem Hintergrund einer aufwendigen Umstellung der IT-Systeme nicht kurzfristig leistbar gewesen.

Im Internet unter www.stadtwerke-warendorf.de/energie gibt es Beispielrechnungen für die Preisbremsen und die Dezember-Soforthilfe samt Erklärungen.

Hintergrund:

Die Stadtwerke erklären, wie die Preisbremse funktioniert: Im Normalfall zahlen Kunden monatlich einen Abschlag für ein Zwölftel ihres prognostizierten Jahresverbrauchs. Für die Gaspreisbremse wird der im September 2022 prognostizierte Jahresverbrauch herangezogen und für den monatlichen Abschlag entsprechend durch zwölf geteilt. Für 80 Prozent des monatlichen Gasverbrauchs zahlen Kunden dann 12 Cent pro Kilowattstunde (brutto).

Darüber hinaus fällt für die weiteren Kilowattstunden der aktuell vertraglich mit dem jeweiligen Energieversorger vereinbarte Arbeitspreis an. Bei Wärme gilt eine Preisgrenze von 9,5 Cent pro Kilowattstunde brutto und beim Strom liegt der gedeckelte Arbeitspreis bei 40 Cent pro Kilowattstunde brutto. Diese Regelungen gelten vor allem für Haushalte und kleinere bis mittelgroße Unternehmen, für Industrieunternehmen gilt bei Strom ein Deckel von 13 Cent netto beziehungsweise 7 Cent netto bei Erdgas und 7,5 Cent netto bei Wärme, für 70 Prozent ihres prognostizierten Verbrauchs zuzüglich aller Steuern, Abgaben und Umlagen. Der Gesetzgeber sieht in den Preisbremsen auch einen Anreiz zum Sparen, denn wer 2023 20 Prozent weniger verbraucht als 2021, bezieht die ganze Energiemenge zum gedeckelten Preis.

Kundenservice: ☎ 02581/ 63603400; E-Mail: kundenservice@swwaf.de.

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