Vor 20 Jahren: Paul Spiegel wird Ehrenbürger


Vor 20 Jahren wurde Paul Spiegel die Warendorfer Ehrenbürgerschaft verliehen. Ausgezeichnet wurde ein Sohn der Stadt und ein Kämpfer für demokratische Werte.

Das Foto von 2001 zeigt (v. l.) Paul und Gisèle Spiegel mit Bürgermeister Theo Dickgreber. Foto: Stadt Warendorf

Warendorf (gl) - Die Stadt Warendorf erinnert an die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Paul Spiegel (1937 bis 2006) im Jahr 2001. An diesem Sonntag, 5. September, ist es genau 20 Jahre her, dass der Festakt mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland im Theater am Wall stattfand.

Namensgeber des Berufskollegs

Paul Spiegel, Namensgeber des Berufskollegs Warendorf, ist ein Sohn der Stadt. Er wurde am 31. Dezember 1937 als zweites Kind des jüdischen Viehhändlers Hugo Spiegel und seiner Frau Regina Ruth Spiegel, geborene Weinberg, im hiesigen Krankenhaus geboren. Gemeinsam mit seiner Schwester Rosa wuchs er im elterlichen Haus an der Schützenstraße 17 auf.

Hugo Spiegel wurde beim November-Pogrom 1938 misshandelt, die Familie von den Nazis aus Warendorf vertrieben. Die Eltern überlebten ein Konzentrationslager.

Rückkehr nach Warendorf nach dem Krieg

Die Familie kam nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zurück nach Warendorf an die Oststraße 7 – trotz des Leids und Unrechts, das die Deutschen ihr angetan hatten. Paul Spiegel machte 1958 am Laurentianum die „Mittlere Reife“. Als junger Mann zog er nach Düsseldorf und wurde ein erfolgreicher Journalist und Unternehmer. Mit der Ehrenbürgerschaft würdigte die Stadt Paul Spiegel als „unerbittlichen Kämpfer für Toleranz und demokratische Werte“.

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