Warendorf: Entscheidung zur Windkraft muss her



Windkraft-Ausbau auf Konzentrationsflächen oder ohne dieses Instrument der steuernden Planung? Für Warendorf muss eine Entscheidung her.

In Warendorf müssen die Weichen gestellt werden, wie künftig der Windkraft-Ausbau planungstechnisch erfolgen soll. Foto: dpa

Warendorf (gl) - Die Grundsatzentscheidung naht: Auf welcher Basis dürfen in Warendorf künftig Windkraftanlagen errichtet werden? Geht es nach der Stadtverwaltung, wird auf die Ausweisung von weiteren Konzentrationsflächen verzichtet. Das bedeutet: Für jedes neue Windrad muss ein Genehmigungsverfahren und eine Einzelfallentscheidung her.

Entscheidung am 23. September

Der Stadtentwicklungsausschuss und die beiden Bezirksausschüsse befassen sich am Donnerstag, 23. September, in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Thema. Folgen die Lokalpolitiker der Linie der Verwaltung, besteht zum einen die schon lange geforderte Planungssicherheit für alle, die sich mit Windkraftprojekten auf Warendorfer Gebiet befassen. Zum anderen dürfte es die Vorhaben beflügeln und beschleunigen. Denn für neue Konzentrationsflächen hätte die Stadt zunächst am Flächennutzungsplan arbeiten müssen, was in der Regel ein langwieriges Unterfangen ist.

Geringe Flächenpotenziale in Warendorf

Ohne Konzentrationsflächen gibt die Stadt ein Instrument für „eine steuernde Planung“ aus der Hand, wie die Verwaltung zugesteht. Sie hält das aber für vertretbar, aus mehreren Gründen. Die Flächenpotenziale für Windräder innerhalb des Warendorfer Gemeindegebiets seien ohnehin gering, eine „Verspargelung der Landschaft“ folglich nicht zu befürchten.

Wohnungen sind gesetzlich geschützt

Außerdem verweist die Verwaltung auf die Vielzahl von Beschränkungen und gesetzlichen Auflagen, denen neue Windkraftanlagen unterliegen. Durch sie sei beispielsweise sichergestellt, dass Anlieger in ihren Wohnungen ausreichend geschützt würden. Die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung weist ausdrücklich darauf hin: „Die Genehmigung der Windenergieanlagen erfolgt nach wie vor durch die Immissionsschutzbehörde des Kreises Warendorf.“

Viele Belange sind zu berücksichtigen

Wer ein Windrad baut, muss etwa zu Wohnhäusern Abstand halten und sicherstellen, dass Lärm und Schattenwurf im Rahmen bleiben. Auch Natur- und Artenschutzbelange gilt es zu berücksichtigen. Jeder Vorhabenträger muss für eine von ihm ins Auge gefasste Fläche darlegen, dass sie sämtliche Voraussetzungen erfüllt. Ob Naturschutz- und FFH-Gebiete für Windräder in Frage kommen, dazu erwartet die Stadtverwaltung noch „eine grundsätzliche Entscheidung des Kreises Warendorf“, wie es in der Ausschussvorlage heißt.

Es geht nur noch um „B-Standorte“

25 Windräder gibt es bereits auf Warendorfer Gebiet, etliche sind schon in die Jahre gekommen. Ludger Overhues, Geschäftsführer des Unternehmens Windenergie Hoetmar-Freckenhorst, das in den südlichen Bauerschaften auf der Suche nach einer Fläche für ein Bürgerwindrad ist, hatte der „Glocke“ kürzlich gesagt, dass es nur noch „um B-Standorte“ gehe, da „die richtig guten“ schon alle belegt seien.

Die Sitzung der Ausschüsse beginnt am 23. September um 17 Uhr in der Gesamtschule, Von-Ketteler-Straße 38.

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