Warendorfer Künstlerin lässt Kreativität freien Lauf


Die Warendorfer Textilkünstlerin Brigitte Kumpf hat mehr als 200 Quiltgs gestaltet. Eine Auswahl ist der Ausstellung „Leinen-los“ zu sehen.

Die Warendorfer Textilkünstlerin Brigitte Kumpf stellt ihre Werke aus. Foto: Oliver Baumjohann

Warendorf (bjo) - 1989 hat Brigitte Kumpf ihren ersten Quilt gestaltet. „Damals hat eine Münsteraner Textilkünstlerin im Haus der Familie ausgestellt“, erzählt die Warendorferin. Die Ausstellung hatte Kumpf besucht und noch am gleichen Abend selbst mit der Arbeit an ihrem ersten Quilt begonnen. 

Mehr als 200 Quilts

Mittlerweile hat Brigitte Kumpf mehr als 200 Quilts gestaltet – mit ganz unterschiedlichen Materialien, in verschiedenen Techniken und diversen Größen. Eine Auswahl der Arbeiten ist noch bis zum 16. Januar in der Ausstellung „Leinen-los“ im Westpreußischen Landesmuseum zu sehen. 

Am Freitag hatte die Textilkünstlerin, deren Arbeiten schon bei zahlreichen Wettbewerben im In- und Ausland angenommen worden waren, zum ersten Künstlergespräch ins Westpreußische Landesmuseum eingeladen und berichtete den interessierten Besuchern über die Geschichte des Quiltens ebenso wie über ihre Inspirationsquellen, Techniken und verwendeten Materialien. 

Vom Virus infiziert

„Ich bin wirklich von dem Virus infiziert“, bekennt Brigitte Kumpf freimütig. Schon als 14-Jährige habe sie Großmutters Nähmaschine für sich entdeckt und später auch Kleidung genäht, erzählt sie. Das alles sei seit dem Tag im Haus der Familie Geschichte: „Seitdem mich dieser Virus infiziert hat, nähe ich nur noch Quilts.“ 

Das allerdings längst nicht nur traditionell aus Baumwollstoffen, dreilagig mit einer Wattierung als Zwischenlage. „Es wird heute bei Wettbewerben durchaus auch anerkannt, wenn man andere Materialien wie Papier oder Kunststofffolien für die Arbeiten benutzt“, weiß Brigitte Kumpf. Und auch auf den traditionellen Baumwollstoff ist die Warendorferin nicht fixiert, nutzt sie doch ebenso Leinen oder Seide. 

„Zwei Schränke voller Stoffe“

„Zwei Schränke voller Stoffe“ habe sie in ihrem Atelier, erzählt sie. Die sich daraus ergebenden Möglichkeiten nutzt die Warendorferin im Zusammenspiel mit anderen Materialien, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, wie auch die im Westpreußischen Landesmuseum ausgestellten Arbeiten demonstrieren. Ebenfalls nutzt sie die Möglichkeit, Stoffe zu bedrucken, bevor sie sie verarbeitet. 

Weitere Künstlergespräche mit Brigitte Kumpf finden im Rahmen der Ausstellung „Leinen-los“ am 21. November (15 Uhr), 9. Dezember (17 Uhr) sowie am 16. Januar (15 Uhr) im Westpreußischen Landesmuseum statt.

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