Warendorfer Modehaus zeigt Mundinger-Bilder


Das Warendorfer Modehaus Ebbers zeigt auf seiner „Galerie“  bis zum 20. Februar Bilder des Telgter Künstlers Friedrich-Wilhelm Mundinger.

Motive an der Ems hat der Telgter Künstler Friedrich-Wilhelm Mundinger gern als Vorlage für seine Bilder genommen. Einige Originale sowie Kunstdrucke sind jetzt bis zum 20. Februar im Warendorfer Modehaus Ebbers auf der Galerie zu sehen.

Warendorf (gl) - Auf der „Galerie“ des Modehauses Ebbers  an der Münsterstraße werden Bilder des Künstlers Friedrich-Wilhelm Mundinger unter dem Titel „Winterzeit“ bei freiem Eintritt bis zum 20. Februar ausgestellt.

Suche nach Ems-Bildern

Der Warendorfer Rudolf Berger war auf der Suche nach Bildern der unbegradigten Ems neben Werken von Wilhelm Götting, Elli Grützner, Werner Scheidt und Heinz Eickholt auf ein Aquarell von Friedrich-Wilhelm Mundinger „Die Ems bei Telgte“ gestoßen. Damit begann für den Senior-Chef des Modehauses eine spannende Suche nach Informationen zu diesem Künstler. 

In der NS-Zeit „verboten“

Der promovierte Volkswirt, Maler und Graphiker bekam 1933 von den Nationalsozialisten Mal- und Ausstellungsverbot. So zog er 1936 mit seiner Familie in ein einsames Haus in Jägerhaus bei Telgte. Seine Bilder wurden nur „unter der Hand“ weitergegeben. 1944 wurden seine Frau und die beiden Töchter wegen jüdischer Abstammung in einem Arbeitslager interniert, konnten aber kurz vor Kriegsende, vor der drohenden Internierung im KZ Theresienstadt, mit Hilfe von Militärs fliehen: Die Familie versteckte sich unter fremdem Namen bei Freunden in Delbrück. 

Aktiv in Politik mitgestaltet

1945 zog man zurück nach Telgte. Mundinger wurde Mitglied des Landtags, war Kreisvorsitzender der FDP und Mitglied des Provinzialrats für Westfalen. Er war in der Künstlervereinigung Schanze in Münster, Vorsitzender des westdeutschen Künstlerbunds und im Präsidium des Landesverbands Bildender Künstler in NRW. Für die Ausstellung in der Ebbers-Galerie konnte Rudolf Berger mehrere Original-Aquarelle zusammentragen. Ergänzend dazu sind Bilder einer Kunstmappe ausgestellt. „Weil die meisten Bilder winterliche Motive haben, habe ich die Ausstellung „,Winterzeit‘ genannt – auch, weil sie die sinnbildliche Kälte des Nachkriegswinters 1945 / 46 zeigen“, begründet Rudolf Berger die Wahl des Ausstellungstitels.

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