Warendorfs Politiker: Mehr Tempo bei Digitalisierung



Mehr Tempo bei der Digitalisierung vor allem in Schulen - das wünschen sich Warendorfs Politiker. Doch vieles geht nur langsam voran. 

Mit Tablets sind die Warendorfer Schulen mittlerweile in gutem Maße ausgestattet. Allerdings hapert es vielfach noch an der WLan-Infrastruktur und -versorgung. Foto: Uli Deck/dpa

Warendorf (sbr) - Die Digitalisierung an Warendorfs Schulen benötigt Zeit. Dieser Umstand ist im Kultur- und Schulausschuss deutlich geworden – auch wenn das nicht jedes Mitglied des Gremiums nachvollziehen konnte oder wollte. Marija Ruzhitskaya (CDU) äußerte ihr Unverständnis: „Ich frage mich, warum wir an den Schulen nicht hinbekommen, was in jedem Unternehmen klappt. Was führt dazu, dass das, was an technischer Infrastruktur da ist, nicht funktioniert?“

Struktur nicht leistungsfähig genug

Der Hintergrund für das fehlende Verständnis der Christdemokratin: Udo Gohl und Michael Widhalm aus dem Sachgebiet Schule, Jugend und Sport hatten dem Gremium den Sachstandsbericht zur Digitalisierung an den Schulen geliefert. Daraus ging hervor, dass eine WLan-Infrastruktur in den Lehreinrichtungen zwar vorhanden, jedoch nicht ausreichend leistungsfähig ist. Deren Ausbau an den weiterführenden Schulen, also an Mariengymnasium, Gymnasium Laurentianum und Gesamtschule, wird als vordringliche Aufgabe betrachtet.

In der entsprechenden Verwaltungsvorlage heißt es: „Angestrebtes Ziel ist eine hoch performante WLan-Versorgung jedes pädagogisch genutzten Raums sowie der Lehrerarbeitsbereiche und Verwaltungsräume.“ Damit bestehe künftig die Möglichkeit, außer den Endgeräten der Lehrkräfte auch die der Schülerinnen und Schüler in das WLan einzubinden. 

Zu langes Warten auf Glasfaser

Auch an den Grundschulen soll die WLan-Ausstattung verbessert werden. Auf Gohls Hinweis, dass erst im Jahr 2023 mit dem Anschluss an das Glasfasernetz zu rechnen sei („Darauf müssen wir uns einstellen“), entgegnete Dirk Schellhammer (CDU), dass der Zeitrahmen zu lang sei. Es brauche alternative Zwischenlösungen. „Ich habe Sorge, dass wir 2023 immer noch solche Diskussionen führen“, sekundierte Ruzhitskaya. 

„Wir gehen das Thema mit höchster Priorität an“, versicherte der Erste Beigeordnete Dr. Martin Thormann und bat um Verständnis, dass die Optimierungen nicht von heute auf morgen geschehen könnten. Schließlich bedürfe es nicht nur des Anschlusses an schnelle Leitungen, sondern auch der entsprechenden technischen Infrastruktur in den Schulgebäuden. Thormann räumte ein, dass man in Sachen Digitalisierung an Schulen nicht überall leistungsfähig genug sei, sieht die Stadt aber insgesamt nicht schlecht aufgestellt. Er verwies in dem Zusammenhang auf die Ausstattung der Unterrichtsräume mit Präsentationstechnik sowie die Beschaffung von Tablets für Lehrkräfte und Schüler.

„Kaum noch Kreide in der Hand“

„Wir können zufrieden sein, was wir schon erreicht haben“, betonte Thormann, und Gertrud Korf, Leiterin der Gesamtschule, bestätigte den Eindruck: „Es hat sich viel getan. Kreide nehmen wir kaum noch in der Hand. Wir kommen in langsamen Schritten dahin, wo wir hin wollen.“

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.