120 feiern Weihnachten in der Suppenküche



Gütersloh (siz) - In Berlin feiert Frank Zander seit mehr als 20 Jahren mit rund 3000 Obdachlosen und Bedürftigen Weihnachten im Hostel Estrel. In München öffnet das Hofbräuhaus an Heiligabend seine Pforten für rund 800 Obdachlose und Arme. Gütersloh steht da nicht hintenan.

Für jeden der 120 Gäste in der Suppenküche hatten Gründerin Inge Rehbein und ihre Helfer an Heiligabend von Bürgern der Stadt gestiftete Geschenke und ein leckeres Essen parat.

Auch an der Dalke gibt es zahlreiche bedürftige Menschen – und um die kümmert sich Inge Rehbein mit ihrer Gütersloher Suppenküche. Und wie seit der Gründung im Jahr 2002 üblich, ist diese auch an Heiligabend nachmittags geöffnet. Dann beschert Inge Rehbein zusammen mit ihren Mitarbeitern und einigen Freiwilligen den Obdachlosen und Armen ein frohes Fest – bunte Teller, Weihnachtsbüfett und Bescherung inklusive.

Jedes Jahr kommen mehr Gäste

Jedes Jahr werden es mehr, die in die Räumlichkeiten an der Kirchstraße strömen. In diesem Jahr waren es 120 Personen. „Damit stoßen wir langsam an unsere Grenzen“, erklärt Rüdiger Rehbein, der seine Frau an diesem Abend und auch sonst in der Suppenküche unterstützt.

Als am Samstag um 15 Uhr die Tür geöffnet wird, ist alles festlich geschmückt: Die Kerzen brennen, es duftet nach selbst gebackenen Plätzchen und frisch zubereiteten Schnitzeln und Kartoffelsalat. Bereits vor der Öffnung hatte sich vor der Tür eine lange Schlange gebildet. Aber jeder bekommt einen Platz und auch ein Geschenk – gespendet von Bürgern der Stadt und überreicht durch die Suppenküche-Gründerin, die jeden Gast persönlich kennt. Und auch Essen ist an diesem Abend trotz der vielen Besucher mehr als genug da - so viel, dass am Ende die Reste noch eingepackt und von den Gästen mitgenommen werden können.

Viele Freiwillige packen mit an

Inge Rehbein behält trotz des großen Andrangs die Übersicht. Dass alles so reibungslos läuft, dafür sorgen außer ihr an diesem Abend zehn Helfer. Kay Knopp aus Gütersloh ist das erste Mal als Freiwilliger dabei und für das Geschirr zuständig: „Ich feiere sonst kein Weihnachten und so kann man wenigstens noch etwas Sinnvolles tun.“ In der Tat. Denn nicht nur die Besucher der Suppenküche gehen mit einem Lächeln nach Hause, sondern auch die Mitarbeiter. Denn sie haben den Geist der Weihnacht gespürt.

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