25-Jährige arbeitet als Norderney-Bloggerin



Norderney/Petershagen (far) - Da, wo andere Menschen gern Urlaub machen, ist Hanna Eschenhagen seit September zu Hause. Sie wohnt auf der ostfriesischen Insel Norderney. Dort arbeitet die 25-Jährige aus Petershagen im Kreis Minden-Lübbecke für ein Jahr als Insel-Bloggerin.

Langeweile? Die gibt es für Hanna Eschenhagen auf der ostfriesischen Insel Norderney nicht. Dort arbeitet die 25-Jährige aus Petershagen im Kreis Minden-Lübbecke seit September als Insel-Bloggerin. Sie lernt dadurch die Insel mit all der schönen Natur kennen. Begleitet wurde sie bei der ein oder anderen Tour durch die Dünen auch vom Hund einer Bekannten: Caruso.

Insel-Blogger? Ja, die gibt es tatsächlich. Norderney hat diese Stelle vor mehr als einem Jahr ins Leben gerufen. Hanna Eschenhagen ist die zweite, die diesen Job mit Leben füllt. Oder besser gesagt mit geschriebenen Worten und wunderschönen Bildern. Denn genau das ist ihre Aufgabe: Ein Jahr lang berichtet sie in ihrem Blog und auf Instagram über alles, was die Insel hergibt.

„Ich bin sehr frei in dem, was ich mache“

Ob Wattwanderung, Veranstaltungen oder Persönlichkeiten der Insel: Zu schreiben und zu fotografieren gibt es auf Norderney offenbar einiges. Dabei ist Hanna Eschhagen ihr eigener Chef. „Ich bin sehr frei in dem, was ich mache“, verrät die gebürtige Petershagenerin im Gespräch mit der „Glocke“. Die Themen, über die sie schreibt, sucht sie sich stets selbst aus, sagt sie.

So berichtete sie in ihrem Blog unter www.inselbloggernorderney.com bislang bislang etwa über das Fest zu 222 Jahre Seebad Norderney oder über den Ausrufer der Insel, der mit einer Glocke auf dem Marktplatz steht und an eben solche Ausrufer erinnert, die die neuesten Bekanntmachungen und Nachrichten verkündeten – lange, bevor es Zeitungen, Fernsehen oder gar Soziale Medien gibt.

„...meine Großmutter hat es im Radio gehört“

Hintergrund

Nach ihrem Abitur 2013 in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) ging Hanna Eschenhagen für acht Monate nach Australien. Dort schrieb sie bereits für den Blog einer Austauschorganisation. Es folgte ein Journalismus-Studium in Magdeburg, das sie 2017 mit dem Bachelorabschluss erfolgreich beendete. Für kurze Zeit schrieb sie dann für den Blog eines Reiseveranstalters, ehe sie einen Job in zwei Fernsehproduktionsfirmen antrat. So war sie unter anderem als Jungredakteurin bei Brainpool in der Redaktion für die Sat.1-Show „Luke, die Schule und ich“ mit Luke Mockridge zuständig. Seit September ist sie nun die Insel-Bloggerin auf Norderney. 450 Euro erhält sie dort für ihre rund 30 Stunden im Monat. Zudem stellt ihr die Stadt ein Appartement zur Verfügung, Verpflegung zahlt sie selbst. (far)

Über die Sozialen Medien war die 25-Jährige auch auf die Stelle aufmerksam geworden – beziehungsweise besser gesagt Bekannte und Verwandte von ihr. „Das haben mir viele Freunde zugeschickt. Und meine Großmutter hat es im Radio gehört“, sagt sie. Da sie früher ähnliche Jobs absolviert hat (siehe Hintergrundkasten), schickte sie ein Bewerbungsvideo los. Und tatsächlich konnte sie sich damit gegen 300 Mitbewerber durchsetzen. Denn kurz darauf bekam sie die Zusage für diesen außergewöhnlichen Job.

Gut zwei Monate ist Hanna Eschenhagen bereits auf der Insel aktiv. Ihr Fazit fällt positiv aus. „Es gefällt mir sehr gut hier. Meer, Strand, Natur – das ist schon viel wert“, sagt sie, fügt aber auch an: „Ich bin gespannt auf den Winter.“ Der soll laut Auskunft der Bewohner von Norderney recht ruhig sein. Doch auch dann wird es ihr sicherlich gelingen, spannende Themen zu suchen und darüber zu berichten.

Pessimismus hat sich gelegt

Durch viele Jobs im Ausland und einem Studium in Magdeburg ist es Hanna Eschenhagens Familie gewohnt, sie nur selten zu sehen. Doch der Wechsel nach Norderney sei noch einmal etwas anderes gewesen. „Meine Mama fand das anfangs nicht so gut“, verrät die 25-Jährige. Auch einige Freunde hätten Bedenken gehabt, ob die Insel nicht „zu langweilig“ sei.

Doch mittlerweile habe sich der Pessimismus bei allen gelegt, Langeweile habe sie keine. Bis September 2020 wird die Petershagenerin noch auf und von Norderney berichten. Und dann? „Mal sehen“, sagt sie. Einen genauen Plan habe sie noch nicht, auch keinen konkreten Berufswunsch. Schreiben und kreativ sein, das sei schon ihr Ding. „Meine Zukunft sehe ich aber nicht auf Norderney – es sei denn, ich lerne hier noch den Mann meiner Träume kennen“, sagt sie und lacht. Ihren Traumjob für ein Jahr hat sie auf jeden Fall schon gefunden.

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