45 Kaninchen in der Langst ausgesetzt



Ahlen/Tönnishäuschen (dl) - Ein nicht alltäglicher Fund wirbelt seit Samstag den Alltag im Mammut-Tierheim in Tönnishäuschen durcheinander: Spaziergänger sind im Bereich des ehemaligen Tiergeheges in der Langst auf 35 ausgesetzte Angora- und Löwenkopfkaninchen gestoßen. Am Montag sind dort weitere zehn Tiere entdeckt worden.

Munter geht es aktuell in einem Gehege des Tierheims in Tönnishäuschen zu. Dort sind mehr als 30 Kaninchen untergekommen, die in der Langst in Ahlen ausgesetzt worden waren.

Der Fall beschäftigt mittlerweile auch die Tierrechtsorganisation Peta: Sie bietet 500 Euro Belohnung für Hinweise, die zur Überführung des Verursachers beitragen.

Helga Beckmann ist empört. „Eine Riesensauerei ist das“, sagt die Schriftführerin des Tierschutzvereins Ahlen. Die Kaninchen hätten sich größtenteils in einem bemitleidenswerten Zustand befunden. Sie einfach ihrem Schicksal in der Natur zu überlassen, das macht sie fassungslos. „Man hätte sie auch einfach bei uns abgeben können“, betont sie.

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Nachdem der Fund im Tierheim gemeldet wurde, griff ein Rad ins nächste: Helfer borgten sich Lebendfallen sowie Kescher und begannen, die Kaninchen einzufangen. Selbst am Montag rechnete Tierheimleiterin Marion Herzig mit weiteren Aufnahmen. „Jedes Tier musste einzeln versorgt werden“, berichtet sie. „Sie waren fast verhungert und hatten großen Durst. Viele Kaninchen hatten ein total verfilztes Fell, konnten deswegen kaum laufen und mussten geschoren werden.“ Für zwei Jungtiere kam jede Hilfe zu spät: Sie starben kurz nach ihrer Ankunft in Tönnishäuschen.

Tierheim bittet um Spenden

Die schiere Menge der Kaninchen aller Altersklassen sprengt die Kapazitäten im Tierheim. „Wir sind darauf gar nicht ausgelegt“, hofft Marion Herzog auf eine schnelle Vermittlung der Langhoren, die sich nach und nach aufpäppeln lassen. Am morgigen Mittwoch sollen alle Tiere geimpft und die Böcke kastriert werden. Verbunden ist der Besuch beim Tierarzt mit enormen Kosten, die auch für Futter und Streu anfallen. Daher bittet das Tierheim dringend um Spenden. Schnelle Hilfe gab es von einem Freund der Einrichtung: In der Nacht von Samstag auf Sonntag baute er mehrere Hütten, in denen die Tiere unterschlüpfen und sich vom Stress der vergangenen Tage erholen können.

„Die Angorakaninchen so skrupellos zu entsorgen und einem ungewissen Schicksal zu überlassen, ist tierschutzwidrig und muss bestraft werden“, sagt Judith Pein im Namen von Peta.

Zeugen, die wissen, woher die Kaninchen stammen, können sich unter Telefon 01520/7373341 oder per E-Mail an whistleblower@peta.de wenden. Wer das Tierheim unterstützen will, kann sich unter Telefon 02528/3630 melden oder im Internet unter www.tierheim-ahlen.de informieren.

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