Ärger um die Gelbe Tonne in Sassenberg



Sassenberg (bemi) - Die Umstellung vom Gelben Sack auf die Gelbe Tonne ist gerade vollzogen, da gibt es schon Probleme. Die Stadt Sassenberg hat vermehrt Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern erhalten, denen eine Gelbe Tonne für ihren Haushalt nicht reicht.  Sie haben deshalb eine Forderung.

stehen vor dem Mehrfamilienhaus am Klingenhagen. Und noch immer reiche die Kapazität nicht aus, schreibt die SPD in einer Stellungnahme.

Viele haben darum gebeten, den Abfuhrrhythmus von nun vier-wöchig auf 14-täglich zurückzustellen. Das berichtete Bürgermeister Josef Uphoff am Donnerstag im Infrastrukturausschuss. 

„Gelbe Tonne ist nach 14 Tagen komplett gefüllt“

Auch die SPD hatte diesbezüglich bereits Ende März einen Antrag bei Josef Uphoff eingereicht. In dem Schreiben heißt es: „Bei vielen Haushalten, insbesondere bei größeren Haushalten mit Kindern, ist bereits jetzt festzustellen, dass die Gelbe Tonne nach 14 Tagen komplett gefüllt ist. In vielen Gesprächen mit Bürgern der Stadt wurde uns mitgeteilt, dass sie mit dem aktuellen Entsorgungsrhythmus unzufrieden sind und ihn für zu lang halten.“

Die Sozialdemokraten nennen dazu in einer Stellungnahme, die unsere Redaktion am Freitag erhalten hat, ein konkretes Beispiel: „Diese Feststellungen machte auch der Eigentümer des Wohn- und Geschäftshauses Klingenhagen 2-4. Seine acht Wohneinheiten sortieren den Müll so vorbildlich, dass zwar die Menge für die Gelbe Tonne stetig steigt, die Müllmenge bei der schwarzen Tonne aber konstant im Rahmen liegt. 

Für weitere Tonnen ist schlicht kein Platz

Für sein Wohn- und Geschäftshaus stehen derzeit 19 gelbe Tonnen sowie ein Container zur Verfügung. Jedoch reicht die Kapazität immer noch nicht aus.“ Alleine das im Haus betriebene Restaurant fülle innerhalb von 14 Tagen einen 1,5-Kubikmeter-Container. Weiterer anfallender Müll für die Gelbe Tonne werde in Müllsäcken im Keller gelagert. Für den Hausbesitzer sei es ein untragbarer Zustand, da so Ungeziefer angelockt wird, schreibt die SPD. Er wäre gerne bereit, weitere Tonnen zur Verfügung zu stellen, jedoch sind die dafür vorgesehen Räumlichkeiten mehr als erschöpft. 

Viele Tonnen quirlen über. Aber ob sie auch richtig befüllt sind? Das stellen einige Ausschussmitglieder in Frage.

Josef Uphoff sagte, dass eine Umstellung des Abfuhrrhythmus’ auf 14 Tage nicht möglich sei, auch, weil die Verträge mit den Müllabfuhrdiensten und der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) gerade erst abgeschlossen worden seien. Allerdings habe die Stadt Kontakt zur Abfallwirtschaftsgesellschaft und dem „Grünen Punkt – Dualen System Deutschland“ (DSD) aufgenommen, um das Problem zu beraten. Außerdem sagte der Bürgermeister, dass die Möglichkeit bestehe, eine zweite Gelbe Tonne zu bestellen und zu erhalten. Das sei mit dem Entsorgungsunternehmen von Anfang an so abgeklärt gewesen.

Kurz vorweg: Der Rhythmus der Abfuhrzeiten wird sich nicht ändern. Dafür stimmte auch der Infrastrukturausschuss am Donnerstag. „Ich denke, vieles muss sich auch erst einspielen“, sagte Dirk Schöne (CDU) bereits am Montag im Ortsausschuss Füchtorf und fügte an: „Viele sollten sich vielleicht nicht nur fragen, ob sie genug Tonnen bekommen können, sondern wie es gelingt, weniger Müll zu produzieren.“

Eine Aussage, die Georg Hartmann-Niemerg von den Grünen gefiel. Er ergänzte süffisant: „Leidensdruck erzeugt Lösungsdruck. Und wenn eine fehlende Gelbe Tonne Leidensdruck erzeugt, lassen sich die Leute vielleicht etwas einfallen.“ Auch die AWG hatte zu der Kritik einiger Bürger und der SPD Stellung bezogen. Die AWG wies auf laufende Verträge hin und erklärte, dass der festgelegte Abfuhrturnus während der genannten Vertragslaufzeit bis zum 31. Dezember 2024 nicht geändert werden kann. 

„Wir würden zum jetzigen Zeitpunkt dafür auch keinen Anlass sehen. Selbstverständlich erreichen auch uns vereinzelt Anfragen von Bürgerinnen und Bürger, die einen anderen Abfuhrturnus wünschen.“ Die Empfehlung der AWG für eine vierwöchentliche Abfuhr stütze sich aber auf die Erfahrungen in vielen anderen Kreisen. 

Politik will sich mit Problem erneut im Herbst befassen - falls nötig

Dazu antwortete die SPD: „Für uns ist diese Aussage der AWG nicht nachvollziehbar. Als im Jahr 2019 der Stadt Sassenberg die gelbe Tonne durch einen Mitarbeiter der AWG vorgestellt wurde, hieß es noch, ,die Gelbe Tonne hat ein Fassungsvermögen von 8 bis 9 gelben Säcken’. Wie nun der Vorlage zu entnehmen war, nimmt ,die Gelbe Tonne maximal fünf bis sechs Säcke auf’. Stellt sich die Frage, wo wird nun die Differenz entsorgt?“ 

Die Verwaltung und Fraktionen einigten sich darauf, das Thema im Auge behalten und gegebenenfalls im Herbst reagieren zu wollen – ein Kompromiss, mit dem die SPD zähneknirschend leben kann.

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