Akribische Vorbereitung auf Briten-Abzug



Gütersloh (gl) - Ein Thema, das Stadt und Region voraussichtlich noch mindestens die nächsten zehn Jahre beschäftigen wird: Was wird nach dem Abzug der Briten aus dem Areal des Flughafens und der Kaserne an der Verler Straße? Wie sind die Auswirkungen auf den Wohnungs- und Arbeitsmarkt zu steuern?

Mansergh-Barracks an der Verler Straße

 Wie ändern sich Erscheinungsbild, Gewerbeflächenangebot und Struktur der Stadt, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs mit den britischen Garnisonsangehörigen quasi Tür an Tür leben? Nach wie vor steht kein konkreter Termin fest, doch die Stadt bereitet sich auf den Strukturwandel nach eigener Aussage gewissenhaft vor.

 In der nächsten Sitzung des Hauptausschusses am Montag, 12. Dezember (ab 17 Uhr im Ratssaal), geben Bürgermeisterin Maria Unger (SPD) und das Stadtentwicklungs-Unternehmen NRW.Urban, das den Prozess im Auftrag des Landes begleitet, eine erste Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse zum Thema „Konversion“. Auch eine Eingabe der Zivilbeschäftigten in Gütersloh und Augustdorf, die sich unter dem Titel „Initiative Garnison OWL“ zusammengeschlossen haben, steht auf der Tagesordnung der Ausschuss-Sitzung.

Die Begleitung durch NRW.Urban im Auftrag des Landes ist dabei eine Form der Hilfe, die in Gütersloh geschätzt wird. „Von der Erfahrung des Unternehmens aus der Begleitung bereits abgeschlossener Konversionsprozesse können wir nur profitieren,“ beschreibt der Gütersloher Konversionsbeauftragte, Stadtplaner Michael Zirbel, das bisherige Verfahren.

Konkreter Zeitplan wäre hilfreich

 Im kommenden Jahr soll ein inhaltlicher Schwerpunkt auf der Bürgerbeteiligung liegen. Maria Unger sieht die Stadt gut aufgestellt für den Strukturwandel und verweist unter anderem auf die fest installierte Arbeitsgruppe im Rathaus mit Mitgliedern aus unterschiedlichen Fachbereichen von der Planung über den Umweltschutz bis hin zum Sozialen. Dass ein konkreter Zeitplan für einen Abzug, mit dem man nun im kommenden Jahr rechnet, für die Planungen hilfreich wäre, will sie nicht abstreiten.

Nach den letzten Signalen, die sie aus einem Treffen der Kommunen mit Vertretern der britischen Streitkräfte und des Verteidigungsministeriums Ende November mitgenommen hat, wird Gütersloh eher zu den letzten Standorten gehören, die aufgegeben werden sollen. Das heißt: Bis 2020 müssen sich die Gütersloher wohl kaum auf ein Leben ohne Briten einstellen.

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