Ampelmännchen als Kunstwerke



Gütersloh (lk) - Ob ein Schild mit einem Sensenmann aus England, eine Ampel mit den Mainzelmännchen oder ein schwedisches Verkehrsschild, das vor Menschen mit Smartphones im Straßenverkehr warnt – Ampeln und Straßenschilder regulieren nicht nur den Verkehr, sondern können gleichzeitig Kunst sein.

Laden ein, die Ampelmännchen kennenzulernen: Kurator Frank Föste und Museumsleiter Dr. Franz Jungbluth.

Das beweist das Stadtmuseum Gütersloh mit der Sonderausstellung „Ampelmännchen und Co.“. Ein Jahr lang haben der Kurator der Ausstellung, Frank Föste, und Museumsleiter Dr. Franz Jungbluth Behörden, Firmen, Agenturen und Sammler kontaktiert, um die etwa 250 Exponate zusammenzutragen. „Eigentlich wollten wir eine Ausstellung über Masken machen. Aber beim Recherchieren ist mir aufgefallen, in einer Ampel sitzt ja auch eine Maske“, erklärt der Bielefelder Frank Föste, wie die Idee zu einer Ampelmännchen-Schau entstand.

Außer Ampelfiguren hat Föste auch Straßenschilder aus aller Welt und 80 besondere Design-Objekte für die Ausstellung erhalten. Bei einem Wettbewerb haben Künstler das englische Warnschild für Altersheime neu gestaltet und lustig-kreative Kunstobjekte geschaffen, die 2012 erstmals im Londoner Designmuseum zu bestaunen waren. Und dennoch: „Ampeln und Schilder sind nicht nur Kunst, sondern spiegeln auch die gesellschaftliche Entwicklung wider,“ betont Jungbluth.

Erfunden wurde das erste Ampelmännchen von Karl Peglau in der DDR. Dort trägt die Figur immer noch einen Hut. In Westdeutschland hat sie keine Kopfbedeckung und ist zudem geschlechtslos. Auch Ampeln mit Masken homosexueller Paare zeigen, dass sich nicht nur die Mode, sondern auch die Gesellschaft und das, was sie als normal empfindet, verändert. „In Deutschland sind Ampelmasken, die von den Standardbildern abweichen, nicht erlaubt“, sagt Frank Föste.

In der Straßenverkehrs-Ordnung sei genau geregelt, wie hoch der Rot- und der Grünanteil einer Ampelmaske sein dürfe. In einigen Städten wie München, Mainz oder Hamburg sind besondere Ampelmotive geduldet. „Bis dort ein Unfall passiert“, sagt Jungblut.

Für Kinder hat das Stadtmuseum im Rahmen der Ausstellung ein besonderes Angebot. Sie dürfen am Eröffnungstag ihre eigenen Verkehrsschilder basteln und sie auf einem Autoteppich im Einsatz erleben. Auch die Möglichkeit, selbst Ampelmasken zu entwerfen, besteht nach vorheriger Absprache.

„Ampelmännchen und Co.“ wird am Sonntag, 26. November, um 15 Uhr eröffnet. Am Eröffnungstag haben Besucher freien Eintritt. Die Schau ist bis zum 18. Februar im Stadtmuseum an der Kökerstraße zu sehen.

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