Angeklagter krank, Prozess unterbrochen



Rietberg-Westerwiehe (nit) - Am Dienstag musste am Bielefelder Landgericht erneut ein Prozesstag gegen den Westerwieher, der seine Frau getötet hat, ausfallen. Nachdem der 68-jährige Angeklagte in der vergangenen Woche in eine falsche Stadt gebracht worden war, fehlte er jetzt wegen Krankheit.

Die Vorsitzende Richterin Jutta Albert sagte sichtlich verärgert, sie habe erst kurz vor Verhandlungsbeginn von der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bielefeld-Brackwede erfahren, dass der Mann verhandlungsunfähig sei. „Ich habe mit einem Arzt gesprochen. Er teilte mir mit, der Angeklagte habe Herzprobleme, die müssten im Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg abgeklärt werden.“

Darüber konnte sich die Vorsitzende nur wundern, denn eine solche Untersuchung habe längst stattgefunden, nachdem der Westerwieher, der seine Frau erstickt und anschließend in der Garage des gemeinsamen Hauses einbetoniert hatte, am zweiten Verhandlungstag im Gerichtssaal kollabiert war. „Er ist in Fröndenberg ausgiebig behandelt worden. Es konnten keine Herzprobleme festgestellt werden, lediglich Bluthochdruck, der aber bereits mit Medikamenten behandelt wird“, erklärte die Richterin.

Sämtliche Zeugen, die für den gestrigen Tag geladen waren, darunter Nachbarn und Bekannte des Ehepaars, mussten wieder weggeschickt werden. Auch ein ehemaliger Untermieter des Westerwieher Ehepaars sollte eigentlich gestern seine Aussage machen. Zweieinhalb Jahre hatte er beim Täter und seinem späteren Opfer im Einfamilienhaus am Westerwieher Rapsweg gelebt, und zwar bis März dieses Jahres. Er wohnte also noch in dem Haus, als der 68-Jährige seine Frau im Dezember 2012 getötet hat.

Der Zeuge wird nun am Freitag, 25. Oktober, 13 Uhr, aussagen. Diesen Termin hat die Strafkammer als Ersatz für den gestrigen angesetzt.

Weil inzwischen schon zwei Verhandlungstage ausgefallen sind, wurden die regulären Sitzungstermine um einen weiteren ergänzt: Dienstag, 12. November, 9 Uhr, in Saal eins.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.