Auf vier Flächen wird Jagd nicht geduldet



Kreis Gütersloh (lw) - Seit mittlerweile vier Jahren können Eigentümer von Wäldern und Äckern beantragen, dass auf ihrer Fläche nicht mehr gejagt wird. Im Kreis Gütersloh sind seither fünf Anträge eingegangen – vier hat die Untere Jagdbehörde bewilligt, einer ruht.

Seit vier Jahren können Grundeigentümer ethische Gründe geltend machen, damit auf ihrer Fläche nicht mehr gejagt wird. Im Kreis Gütersloh stellten seitdem vier Besitzer einen entsprechenden Antrag.

Ralf Reckmeyer, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, sieht das Ganze allerdings gelassen. Im Kreis Gütersloh habe man durch solche Fälle eher weniger Probleme, sagt er. Eigentlich müssen Eigentümer, die eine Fläche von weniger als 75 Hektar haben, ihren Grund in eine sogenannte Jagdgenossenschaft einbringen – einen Zusammenschluss von mehreren aneinanderhängenden Flächen. Das Gebiet wird entweder in Eigenregie bejagt oder an einen Jagdscheinbesitzer verpachtet.

Seit Dezember 2013 können Grundeigentümer nun beantragen, dass ihre Fläche befriedet wird, also nicht bejagt werden darf. Die Besitzer können ethische Gründe geltend machen. Wessen Antrag bewilligt wird, das entscheidet im Kreis Gütersloh die Untere Jagdbehörde. „Damit möchte ich nicht tauschen“, sagt Ralf Reckmeyer.

Oft musste die Untere Jagdbehörde aber noch nicht über die Befriedung von Flächen entscheiden. Gerade einmal fünf Anträge wurden gestellt. Dafür dauert die Bearbeitung umso länger. Schließlich müssen Stellungnahmen verschiedener Personen aufgenommen werden, damit die ethischen Gründe auch als glaubwürdig beurteilt werden.

In der Praxis kann diese Befriedung von Flächen den Jäger vor größere Herausforderungen stellen. Ralf Reckmeyer verdeutlicht das mit Hilfe eines Beispiels: Werden die Flächen von mehreren Eigentümern gemeinschaftlich an einen Landwirt verpachtet, wird es für den Jäger schwierig, zu erkennen, ob ein Teil der Fläche nicht mehr bejagt werden darf.

Aber auch Grundeigentümer müssten sich über Konsequenzen bewusst sein, betont Reckmeyer. Denn wenn jemand erfolgreich den Ausschluss aus der Jagdgenossenschaft beantragt hat, kommt auch niemand für eventuelle Wildschäden in dem Gebiet auf. Auf der anderen Seite müssten die Personen aber einen Anteil bei Wildschäden auf Nachbargrundstücken zahlen. Zudem dürften Jäger befriedete Flächen betreten, wenn dort ein abgeschossenes oder krankgeschossenes Tier liege.

Ralf Reckmeyer macht sich aber keine Sorgen, dass die Jäger im Kreis durch die Befriedung Probleme bekommen. Dazu sei der Anteil der befriedeten Flächen zu gering.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.