Auswahlspieler statt Bänderrisse



Ahlen (uwe) - Von nix kommt nix, man braucht eben die Geduld des Jägers, um fette Beute zu machen. Und darauf ist Frederik Neuhaus nicht wenig stolz. „Das, was wir vor rund drei Jahren angestoßen haben, trägt jetzt Früchte“, sagt der B-Jugend-Trainer des HLZ Ahlen.

Oben angekommen: Freddie Neuhaus und seine B-Jugend machen den Oberliga-Durchmarsch; ein Erfolg mit Vorgeschichte.

Was für seine starken Jungs im Speziellen, aber für das Leistungszentrum im Gesamten gilt. Der Nachwuchs des Drittligisten Ahlener SG war noch nie so erfolgreich, wie in dieser Saison. Und Neuhaus’ Jungs haben Ende Mai schon mal bärenstark den Oberliga-Durchmarsch vorgelegt: ungeschlagen im eigenen Turnier (114:67 Tore), in der gesamten Qualifikationsrunde das Dutzend Partien allesamt mit mindestens fünf Toren Vorsprung gewonnen (24:0 Punkte, 384:179 Tore).

Fantastisch, aber nicht wirklich überraschend, denn alles eine Frage der Planung und der Vorbereitung. Aber auch Geduld, dass die Knochenarbeit mit der Jugend reifen kann. „Wir können nicht alles falsch gemacht haben“, lächelt der 29-jährige A-Lizenzinhaber für Handball und Athletik. Vor drei Jahren haben die Verantwortlichen aus Abteilung, GmbH und Förderverein ein gemeinsames Konzept erarbeitet, bei dem keiner aus der Reihe schert, alle ziehen an einem taktisch-technischen und athletischen Strang.

„Ich weiß genau, was Martina Michalczik mit ihrer C-Jugend trainiert“, baut Neuhaus mit seiner B-Jugend darauf auf, ehe er sie dann wieder an die A-Junioren weiterreicht. Ein roter Faden an dem auch Physio- und Athletik-Trainer wie Tobias Salewski oder Sportmediziner und Orthopäden wie Bernd Allzeit mitstricken. „Mit dem Förderzentrum, neuer Halle und angeschlossenem Kraftraum sind wir teils weiter als mancher Bundesligist“, sagt Neuhaus.

 Statt Bänderrisse („Früher drei, vier pro Saison, dieses Jahr keiner mehr.“) produziert das HLZ nun National-, Sichtungs- und und Westfalen-Stützpunktspieler/innen. Das lohnt wahrlich die längste Vorbereitung. In die steigt der Münsteraner mit seinen Jungs heute auch wieder ein. Ziel ist es, mit den besten Fünf der Oberliga-Spitze mitzuhalten. „Das müsste zu schaffen sein“, sagt Neuhaus. Ob es dann auch für die Ausscheidungen um die Deutsche Meisterschaft reicht? Vielleicht. Aber eher nicht gegen die Brechmänner der Altjahrgangs-Konkurrenten. Ist ja auch egal. Man hat Zeit beim HLZ – Ausbildung darf dauern ...

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