Auszeichnung für Manfred Lindahl



Harsewinkel (hcr) - Die Liste von Manfred Lindahls ehrenamtlichem Engagement ist lang. Als sich der 71-Jährige vor knapp zwei Jahren entschloss, den Flüchtlingen in Harsewinkel zu helfen und ihnen den Alltag zu erleichtern, war sein Einsatz beinahe täglich gefordert. Nun bekommt er zum Dank dafür vom SPD-Ortsverein den Theodor-Suer-Preis. Diese Ehrung ist mit 750 Euro dotiert.

Übergabe des Theodor-Suer-Preises: (v.l.) Renate Müterthies, Manuela und Manfred Lindahl sowie Sonja Bolte.

Manfred Lindahl arbeitete früher als Geschäftsführer in einer mittelständigen Firma. 1970 zog es den gebürtigen Gütersloher nach Harsewinkel. „Ich habe ihn hergeholt“, verrät seine Ehefrau Manuela, mit der er seit 37 Jahren verheiratet ist. Eigentlich könnte sich Manfred Lindahl zur Ruhe setzten – aber daran denkt er nicht. Er ist im evangelischen Kirchenvorstand sowie im Kirchenchor tätig. Einmal im Monat kocht er für gut 80 Personen im Gemeindesaal. Seit 2001 ist Lindahl zudem Vorsitzender des Deutsch-Britischen Clubs. Und in seinem Keller hält er öfter Computerkurse für Senioren ab. „Als Nachbar ist er auch immer hilfsbereit“, beteuert Friedhelm Thüte, der Manfred Lindahl bereits im Vorjahr für den Preis vorgeschlagen hatte. Nun wurde der Preisträger aus zehn Kandidaten einstimmig von der SPD ausgewählt. Manfred Lindahls größtes Thema sind die Flüchtlinge: „Ich habe im Oktober 2015 gelesen, dass für die Betreuung Hilfe gebraucht wird. Als ich mich angeboten hatte, ging es schnell zur Sache.“ Lindahl begleitete Einzelpersonen oder Familien zu den Behörden, half dabei mit, die Kinder einzuschulen oder behördliche Anträge auszufüllen.

„Als Erstes haben wir die Familien in einen Bulli gesetzt und ihnen das Umfeld gezeigt“, erinnert sich Lindahl. „Die Leute müssen ja wissen, wo sie in Güterloh oder Harsewinkel günstig einkaufen oder zum Arzt gehen können.“ Inzwischen hat Manfred Lindahl 20 Personen und Familien betreut. Einige von ihnen stehen dank seiner Hilfe auf eigenen Füßen. „Die Sprache ist das Wichtigste. Und die Leute wollen ja auch arbeiten“, sagt Lindahl. „In Harsewinkel keimt im Großen und Ganzen kaum Hysterie und Aufregung auf beim Thema Flüchtlinge“, meint Sonja Bolte vom SPD-Ortsverein. „Das ist auch und vor allem Leuten wie Manfred Lindahl zu verdanken.“ Sonja Bolte und Renate Müterthies übergaben im Namen des SPD-Ortsvereins einen Blumenstrauß und überbrachten die Glückwünsche. Der Theodor-Suer-Preis geht jährlich an Harsewinkeler Bürger, die sich mit ihrem persönlichen Einsatz ehrenamtlich verdient machen. Zur vierköpfigen Jury zählten außer Sonja Bolte und Renate Müterthies auch die Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide und Theo Suer junior.

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