B61-Gegner bekennen sich zu Klimaschutz



Gütersloh (afri) - Sie wünschen sich eine echte Verkehrswende: alternative Verkehrswege für Radfahrer und den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs. Das hat die Gemeinschaft gegen den Ausbau der Bundesstraße 61 am Sonntag mit einer Fahrraddemonstration deutlich gemacht.

Mehr als 1300 Fahrradfahrer aus Gütersloh und Bielefeld kamen am Sonntag an der Kreuzung Bielefelder Straße/Isselhorster Straße zusammen, um ihrem Unmut gegen den geplanten vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 61 Luft zu machen.

Sie fuhren vom Gütersloher Rathaus zum Schenkenhof entlang der viel diskutierten Straße.  Auf der gesperrten Kreuzung Bielefelder Straße/Isselhorster Straße trafen sie sich mit Gegnern des Ausbaus, die gleichzeitig aus Bielefeld gestartet waren, zu einer Kundgebung.

1300 Radfahrer nehmen teil

Angemeldet waren auf beiden Seiten laut Anette Klee, Sprecherin der Gemeinschaft, je 200 Teilnehmer. Am Sonntag waren es dann aber wesentlich mehr, die sich der Fahrraddemo gegen den vierspurigen Ausbau der B 61 zwischen Bielefeld, Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück anschlossen. Schätzungsweise 1300 Radfahrer traten laut Polizei insgesamt in die Pedale und machten mit Plakaten und lautstarkem Klingeln auf ihren Unmut aufmerksam. Es war ein Bekenntnis zum Klimaschutz und gegen den Straßenbau. <mediaobject class="imageleft" id="X0.4409812853021437" idref="X0.4181379348760586" type="image" uid="7e9f43a0-334d-472f-b7c3-5f85f8d74b12" url="http://ecms.die-glocke.de/alfresco/d/d/workspace/SpacesStore/7e9f43a0-334d-472f-b7c3-5f85f8d74b12/img_2536.JPEG" uuid="7e9f43a0-334d-472f-b7c3-5f85f8d74b12"> <element name="Unterschrift">Die Initiatoren auf Gütersloher Seite waren Anette und Ingold Klee aus Isselhorst. <element name="Quelle"/> </mediaobject>

Sie kritisierten, dass die Straßenneu- und Ausbauten rund um Gütersloh fast alle in der Verantwortung des Bunds fielen. Die kommunalen Entscheidungsträger hätten nur noch politisches Mitspracherecht, die Bevölkerung würde überhaupt nicht mehr nach ihrem Willen gefragt. Die Anwohner wollten den Ausbau gar nicht – und auch keine Umgehungsstraße, sagte Anette Klee. „Wir wollen eine echte Verkehrswende: Schluss mit immer mehr Autos, die uns die Luft zum Atmen nehmen.“ Tosender Applaus und Zurufe aus der Menge wie „Den Ausbau braucht kein Mensch“ und „Es reicht mit Straßen“ waren die Antwort darauf.

„Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten“

Das Argument, man wolle durch den Ausbau eine Entlastung des Verkehrsaufkommens und eine Kapazitätserweiterung herbeiführen, kommentierte Ingold Klee mit: „Die Politiker haben es nicht begriffen: Man muss nicht an den Symptomen arbeiten, sondern an den Ursachen.“ Genauso sah es Dr. Michael Schem von der Bielefelder Gruppe Transition Town BI: „Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten“.

Kritik übten die Ausbau-Gegner auch daran, dass die Planungen des Landesbetriebs Straßen NRW nicht mehr dem Pariser Klimaschutzabkommen entsprächen. Durch eine doppelte Bodenversiegelung mit 20 Meter breiter Trasse steige nicht nur die Lärmbelastung. Durch die prognostizierten 7000 zusätzlichen Kraftfahrzeuge, die Gütersloh dadurch passieren sollen, nehme der Treibhausgasausstoß zu. Zudem müssten für den Ausbau der Bundesstraße die Alleebäume abgeholzt werden. „Für 7000 Autos Bäume zu fällen, ist verrückt, ignorant und kurzsichtig“, sagte Greta Giesen von Fridays for Future Gütersloh.

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