Bei Starkregen wird‘s in der Schule nass



Warendorf (bjo) - Beim Blick in den Abendhimmel über Warendorf hatte Dirk Prinz am Mittwoch schon Unheil vermutet. Wieder einmal würde wohl Wasser in das Schulgebäude der Josefschule eindringen, war der Hausmeister angesichts der dunklen Regenwolken überzeugt. Prinz hatte sich nicht geirrt.

Passend zur „ Wassermusik“ von Händel wäre jetzt der Musikraum der Josef-Grundschule. Schränke mussten von den Wänden abgerückt werden, der Raum ist für den Unterricht derzeit nicht nutzbar.

Kurz nachdem der Himmel seine Schleusen geöffnet hatte, waren die Lichtschächte vor den Kellerfenstern vollgelaufen, und Wasser war durch die nicht mehr dichten Fenster in den Keller eingedrungen. „Das passiert öfter“, weiß der Hausmeister. „Die Drainage ist komplett zugewurzelt.“

Bei den Starkregenfällen dieser Tage ist das allerdings nicht das einzige Problem, denn auch durch das Dach ist Wasser in das Schulgebäude der Josefschule eingedrungen. „Die alten Fallrohre sind teilweise verstopft“, weiß Dirk Prinz. Dann drücke das Wasser auf dem Flachdach unter die Teerpappe und laufe an den Wänden entlang. 

Im Verwaltungstrakt ist das Wasser beispielsweise im Büro von Rektorin Barbara Weber wieder ans Tageslicht gekommen. Die Schränke an einer Wand des Rektorenzimmers mussten ausgeräumt und beiseitegestellt werden, Teile des Teppichs sind durchnässt, und die Lampen können nicht eingeschaltet werden, da in ihnen Wasser steht.

Besonders schlimm in Mitleidenschaft gezogen worden ist das Archiv der Schule, in dem Bücher und andere Materialien gelagert sind. Gewellt und durchnässt liegen dort nun stapelweise Bücher und Hefte. Ob die jemals so trocknen, dass sie wieder im Unterricht eingesetzt können, steht in den Sternen.

Zudem waren an manchen Stellen im Keller auch am Donnerstag  noch Spuren des schwarzen Schlamms zu sehen, den das Wasser mitgebracht hatte und der bei ersten Aufräumarbeiten schon weggeputzt worden war. Einige Räume sind unbenutzbar. Wasser im Schulgebäude ist (nicht nur) für die Lehrer Alltag. „Bei jedem Schlagregen stehen die Fensterbänke in den Klassen unter Wasser“, weiß Schulleiterin Barbara Weber. Natürlich beeinträchtige das den Schulalltag erheblich.

Was die Stadtverwaltung dazu sagt und wo es noch Feuchtigkeitsprobleme in öffentlichen Gebäuden gibt, lesen Sie in der Warendorfer Ausgabe der „Glocke“ vom 3. Juni.

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