Beim Theater geht es drunter und drüber



Ostenfelde (hh) - Den Sommer über war Hans Schwartze wieder fleißig. Der Autor, Regisseur und Schauspieler des plattdeutschen Theaters Ostenfelde hat ein neues Stück zu Papier gebracht, das er jetzt bei der ersten Leseprobe seinen Mitspielern vorgestellt hat.

Sein neues Stück „Drunner un drüöwer – Brandniee Beliäwnisse met Adam un Eva“ stellte Autor und Regisseur Hans Schwartze (4. v. l.) den Schauspielern jüngst im Hotel Kröger in Ostenfelde vor. Die Premiere ist am Samstag, 2. Januar.

Das Manuskript umfasst 46 Seiten Text für die 18 Charaktere, die sich der umtriebige Autor ausgedacht hat. Eine Menge Stoff, den die Laiendarsteller in den nächsten Wochen auswendig lernen müssen, bevor es an die ersten Proben auf der Bühne des Hotels Kröger geht. Schwartze stellte das neue Stück seinen Mitstreitern auf dem Kotten vor, wo Winfried Siedlaczek schon am Bühnenbild arbeitet, und erklärte, wie er sich die einzelnen Figuren vorstellt. „Drunner un drüöwer – Brandniee Beliäwnisse met Adam und Eva“ heißt das neuste Werk des Ostenfelders.

Ungepflegtes Landstreicherpaar

Adam und Eva waren im realen Leben ein Landstreicherehepaar, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts 30 Jahre lang durch das Münsterland tippelte. Das Paar fiel vor allem durch sein ungepflegtes Äußeres auf. Im Sommer lebten sie in einsamen Feldscheunen, wenn es kalt wurde, in Scheunen und Schweineställen auf Bauernhöfen. Im neuen Stück „Drunner un drüöwer“ kommen beide zum Übernachten auf den Hof der Bäuerin Drüke Drock. Dort ist vor kurzem der Oihm Wilm, der Bruder von Drükes Mann, nach der Feldarbeit verschwunden. Was ist passiert? Ist er tot? Ist er ausgewandert? Die nicht mit vielen Gaben des Geistes gesegnete Magd Settkken will ihn nachts als Geist in ihrer Kammer gesehen haben. Elli, Drükes Schwester, hofft, dass er nie wieder auftaucht. Sein Bruder Franz dagegen glaubt fest daran, dass er eines Tages wieder vor der Dielentür steht. Und dann steht da noch die Frage im Raum, was es mit dem Testament auf sich hat, das Drükes Vater hinterlassen haben soll. Eine Gemengelage, die so ganz nach dem Geschmack von Eva ist. Sie versucht, in das Geschehen einzugreifen, und dann geht es – wie nicht anders zu erwarten – drunter und drüber.

Überraschende Wendungen

Wer Schwartze kennt, der weiß, dass die Handlung immer wieder überraschende Wendungen nimmt, und Freunde der plattdeutschen Sprache werden sprachlich einmal mehr auf ihre Kosten kommen. Die Premiere findet am Samstag, 2. Januar, ab 20 Uhr statt.  

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