Betonleiche: Todesursache nicht feststellbar



Rietberg-Westerwiehe (gdd) - Im Betonleichen-Prozess gibt es keine objektiven Hinweise auf die Todesursache des Opfers. Der zuständige Gerichtsmediziner musste einräumen, dass eine Beurteilung des Geschehens beim Ableben der 63-jährigen Westerwieherin nicht mehr nachvollziehbar war.

Im April dieses Jahres war schweres Gerät nötig, um die Leiche der Westerwieherin auszugraben, die von ihrem Mann in der Garage ihres Hauses einbetoniert worden war.

Die „Aussagesicherheit ist stark eingeschränkt“, sagte Professor Dr. Andreas Schmeling (45), Gerichtsmediziner am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Münster, und wies auf eine fortgeschrittene Verwesung der Leiche hin.

Erstickungstod ist Ausschlussdiagnose

Die Frau soll ihren 68-jährigen Gatten kurz vor Weihnachten gebeten haben, sie zu töten. Der Angeklagte behauptet nach wie vor, er habe auf den Wunsch seiner Frau hin seine Hände auf ihren Mund und die Nase gelegt. Der Erstickungstod sei eingetreten. „Es hat eine kleine Ewigkeit gedauert“, soll er später ausgesagt haben. „Beim möglichen Tod durch Ersticken handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose, die sich nicht beweisen lässt“, entgegnete der Pathologe. Natürlich könne der „Verschluss von Mund und Nase“ die Todesursache sein. Anhaltspunkte dafür habe er jedoch nicht entdecken können.

Welche Rolle spielte Herzerkrankung?

In der Diskussion, die zwischen der Vorsitzenden Richterin, dem Vertreter der Staatsanwaltschaft und den beiden Anwälten des 68-Jährigen den Verhandlungstag am Mittwoch bestimmte, ging es vor allem darum, ob eine mögliche Herzerkrankung ursächlich für den Tod der Frau gewesen sein könnte. Fest steht wohl, dass die Frau, die mit einem Lungenflügel leben musste, eine Herzvergrößerung hatte. „Ihr Herz musste einen hohen Druck erzeugen, um das Blut in die Peripherie zu leiten“, erläuterte Schmeling. „Damit die Pumpe besser schlagen kann, verstärkt sich die Muskulatur des Herzens.“ Es sei indessen nicht auszuschließen, dass die 63-Jährige körperlich mit ihrer Herzvergrößerung klar gekommen und „symptomfrei“ gewesen sei – Mediziner sprechen in diesem Fall von einem „Kompensationsmechanismus“.

Prozessfortsetzung am 20. Dezember

Was das alles mit ihrem möglicherweise gewalttätigen Ableben zu tun hat? Auch bohrende Fragen der Verteidiger brachten gestern kein Licht in das Geschehen, das sich zwischen dem 18. und 20. Dezember 2012 in dem Westerwieher Wohnhaus abgespielt haben könnte. Am Freitag, 20. Dezember, 9 Uhr, sagt die Ex-Frau des Angeklagten aus.

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