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Beckum (himm) - Der Heimat- und Geschichtsverein Beckum ist um einen weiteren Schatz reicher geworden. Der Vorsitzende des Vereins, Stefan Wittenbrink,  kann sich glücklich schätzen, den Anstellungsvertrag des Beckumer Bürgers Kaspar Deppe zum Archiv im Dormitorium hinzufügen zu können.

Bei der Übergabe des historischen Vertrags: (v. l.) Stefan Wittenbrink, Alfons Kaufmann, Hendrik Hagedorn, Josef Remmert und Josef Winterkamp im Alten E-Werk in Beckum.

Für Geschichtsinteressierte und Historiker ist die Urkunde Gold wert. Handelt es sich doch um eine Primärquelle, die Aufschluss über damaliges Vertragsrecht und die Verwaltungsspitze der Stadt Beckum gibt. Kaspar Deppe war der erste Maschinenmeister des Alten E-Werks und wurde am 15. Dezember 1899 vom Beckumer Magistrat bestellt, seine Arbeit aufzunehmen. Der Anstellungsvertrag des ersten Angestellten des E-Werks, unterschrieben von Bürgermeister Carl Fehling, dem Amtmann und späteren Ehrenbürger Beckums, Theodor Anton Brüning, sowie den damaligen Magistratsmitgliedern Jürgens und Rensing, ist von Juli 1902 datiert.

In feinster Sütterlinschrift verfasst, ist zu lesen, dass Deppe 1500 Goldmark im Monat verdiente. Seiner Familie dienten Räume über dem Elektrizitätswerk an der Sternstraße als Wohnung. So war es nicht ungewöhnlich, dass Sohn Carl in die Fußstapfen des Vaters trat. Auch Enkel Werner schien von der Maschinenkulisse, mit der er in seiner Kindheit konfrontiert wurde, beeindruckt zu sein und vom Thema Elektrizität gepackt. Denn auch er erlernte den Beruf des Elektrikers. Das erzählten seine Freunde und ehemaligen Schulkollegen der Abendschule im alten Berufsschulgebäude an der Hühlstraße, Josef Remmert, Alfons Kaufmann und Josef Winterkamp, während sie das Dokument in seinem Namen der Obhut des Heimatvereins übergaben – wo anders als im alten E-Werk in Beckum. „Wir waren der erste Jahrgang des zweiten Bildungswegs, um die Fachschulreife-Studium zu erreichen“, berichtete Josef Remmert. Beim Klassentreffen „60 Jahre nach der Aufnahme zum Abendschulstudium“ habe man die Übergabe der Urkunde beschlossen, berichtete er im „Glocke-Gespräch.

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