Blick in die Welt des Bankhauses Lampe



Beckum (scl) - Was spielt sich ab hinter den dezent-edlen Fassaden des Bankhauses Lampe? Welche Philosophie verfolgen die Verantwortungsträger, und welche Ziele geben sie vor? Antworten auf diese Frage durften sich gestern Abend rund 250 Gäste des 161. Höxberg-Gesprächs erhoffen.

Als Gastrednerin der traditionsreichen Vortragsveranstaltung hieß Dr. Dirk Spenner als Vorsitzender des einladenden Arbeitgeberverbands Zement und Baustoffe (AZB) Ute Gerbaulet willkommen. Die profilierte Finanzmanagerin ist seit 2017 persönlich haftende Gesellschafterin der Bankhaus Lampe KG. Und war seit dem Auftritt von Renate Künast nach fünf Jahren erster weiblicher Ehrengast beim Höxberg-Gespräch.

Mittelständische Familienunternehmen, wie sie auch die Basis des AZB bilden, sind für Gerbaulet die klar definierte Zielgruppe der geschäftlichen Aktivitäten ihrer Bank. Die wiederum ist eine 100-prozentige Tochter der Bielefelder Oetker-Gruppe. Das Bankhaus Lampe, so erklärte die Gesellschafterin ihrem Publikum, verfügt bundesweit über 15 Niederlassungen in wirtschaftlich relevantem Umfeld. Dazu kommen drei internationale Niederlassungen in London, New York und Wien. Das Geschäftvolumen des Bankhauses beläuft sich auf 3,3 Milliarden Euro. „Nicht allzu viel für eine Bank, aber ausreichend“, wie Gauberlet erklärte. Denn die Rolle der Privatbank sieht sie als die der Mittlerin zwischen Kapitalsuchenden und Kapitalgebenden im Beziehungsgeflecht zwischen Unternehmerfamilien, institutionellen Investoren und Unternehmen.

Von traditionellen Werten geprägt ist nach ihrer Darstellung auch das unternehmerische Selbstverständnis: Die Wahrung von Unabhängigkeit und Verantwortung steht obenan. Exklusivität und individuelle Dienstleistung für ausgewählte Kunden zählen ebenso zum Selbstbild wie qualifizierte Mitarbeiter und eine vornehme Zurückhaltung gegenüber Trends bei prinzipieller Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem.

Ute Gerbaulet Botschaft an die Unternehmer im Publikum hätte kaum deutlicher ausfallen können. Der Weg an die Börse lohnt sich – auch und gerade für familiengeführte Unternehmen. Die bezeichnete Gerbaulet neudeutsch als „Family Offices“. Rund 1000, so ihre Diagnose, gibt es davon bundesweit. Ein Finanzumfeld, in dem Vermögenssicherung zu den wesentlichen Handlungszielen gehört und in dem ein langfristiger Investment-Horizont eine ebenso entscheidende Rolle spielt wie eine auf lange Sicht angelegte Unternehmensstrategie statt kurzfristigem Quartals-Denken.

Als Paradebeispiel aus dem eigenen Kundenportfolio führte Gerbaulet den Lippstädter Leuchtenhersteller Hella ins Feld. Ausgehend von allgemeineren Betrachtungen, was familiengeführte Unternehmen vor dem Börsengang zurückschrecken lässt, zeichnete sie den Weg nach, der Hella die Finanzkrise vor zehn Jahren nicht nur gut überstehen ließ, sondern seither zu stetigem und kräftigem Wachstum geführt hat. Die Chefin der Hella-Hausbank erklärte die über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren durchgeführten Anpassungen, die das Unternehmen am Ende börsenreif und erfolgreich machte.

Das Auditorium in der Aula des Berufskollegs am Hansaring vernahm es mit Interesse und nutzte am Ende der Veranstaltung die Gelegenheit zu einigen Nachfragen.

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