Ein himmlisches 1:1 mit Pech und Schwefel



Freitagabend, Flutlicht, 2500 Fans im Stadion, und dann kommt auch noch Preußen. Es war ein Spiel, das allen Erwartungen gerecht wurde ...

Geht doch! Torschütze Jan Holldack, Bennet Eickhoff und Andreas Ivan (v. l.) feiern das 1:0 gegen die Preußen, das aber nicht bis zum Ende des Westfalenderbys Bestand hatte.v

 Ahlen (uwe) - Teufel auch! Was für ein Duell, ein Fußballfest mit aller Dramatik und kleinen höllischen Nickeleien, die schließlich doch in einem himmlischen Unentschieden endeten. Ein 1:1 gegen den Favoriten Preußen Münster, das RW Ahlen am Freitag durchaus als Erfolg verbuchen durfte. Es begann schon mit Rauch und Schwefel, als sich beide Fanlager, in herzlicher Abneigung zugetan, ein pyromanisches und symphonisches Derby von Kurve zu Kurve lieferten. Fehlte zum Schwefel nur das Pech, das brauchten sie aber auf dem Platz, wo es nicht weniger hektisch und verbissen zuging.

 Im ersten Teil war es RW Ahlen, das eine leicht überlegene Spielanlage und ein 1:0 nicht zu einen höheren Vorsprung umwandelte. Danach machte Preußen Münster teuflisch Druck, war das dominante Team, brachte aber auch nur noch das 1:1 zustande, das Holtby per knapp verwandeltem Strafstoß gegen Szczepankiewicz setzte (58.). Zuvor hatte Twardzik Preußens Scherder am Trikot umgezuppelt.

Mit Torwart Velichkov hatte Ahlen zwar angefangen, der aber verletzte sich bei einer Parade gegen Wegkamp (20.). Sein Ersatz Szczepankiewicz hätte gleich eine erste harte Bewährungsprobe gehabt, aber nachdem Holldack den starken Farrona abgegrätscht hatte, traf Wegmann vom Elfmeterpunkt neben das Tor (30.).

Holldack hält rotweiße Träume wach - im Liegen

 Es war schließlich doch Holldack, der die rotweißen Träume wach hielt: Münsters Schlussmann Schulze Niehues lässt sich von Kahlert irritieren, verliert den Ball, und Holldack staubt im Liegen zum 1:0 ab (40.).

 „Technisch und spielerisch mit leichten Vorteilen für uns“, zog Aufsichtsratschef Heinz-Jürgen Gosda ein entspanntes Pausenfazit. Was aber nach dem Seitenwechsel seine Gültigkeit verlor, denn jetzt war es der Tabellenführer und Gast, der Ahlen die Hölle heiß machte. Kaum einmal, dass sich die Rotweißen befreien konnten, aber die Preußen nahmen wenigstens eines aus der ersten Hälfte mit: den Chancentod.

 Trotz Feldunterlegenheit nun zog Ahlen bei den Möglichkeiten ebenfalls gleich. Einen Kopfball, den Eickhoff haarscharf drübersetzte (72.), konterte Farrona, der völlig blank an Szczepankiewicz scheiterte. Trotz der hektischen Schlussphase in einem endlich wieder tobenden Stadion war keiner mehr in der Lage den jeweils anderen zum Teufel zu schicken.

 Dennoch brodelte es bei vier Minuten Nachspielzeit weiter, so arg, dass auch Trainer Andreas Zimmermann im Disput mit dem Unparteiischen Gelb-Rot sah und den wichtigen Punkt auf der Tribüne feiern musste. Was soll’s – in der Not frisst der Teufel auch Fliegen.

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