Buchstäblich „Lebenstraum“ erfüllt



Rietberg-Mastholte (mfb) - „Der Traum ist wahr geworden“, sagt Ferdinand Kraft stolz und blickt auf die Wohngemeinschaft mehrerer Generationen an der Riekstraße. „Lebenswerk“, diesen Namen hat der Unternehmer dem Projekt gegeben. 53 Bewohner und 25 Beschäftige leben beziehungsweise arbeiten nach der jüngsten Erweiterung in dem Domizil.

Ein Herzensanliegen ist (v. l.) für Ferdinand Kraft das generationenübergreifende Wohnprojekt an der Riekstraße in Mastholte. Über seinen  Lebenstraum  freuen sich mit ihm  Daheim -Vorsitzender Bernd Meißnest, Bürgermeister Andreas Sunder, Geschäftsleiterin Susann Klingert, Geschäftsführer Hans J. Ahrens und Pflegeleiterin Anronia Schneider.

Mehr als 2000 Quadratmeter misst die 2013 eröffnete Hausgemeinschaft. Ursprünglich bestand die vom Verein „Daheim“ geleitete Einrichtung aus 15 Einheiten. Drei Zimmer von jeweils etwa 20 Quadratmetern Größe, zwei kleine Wohnungen, zwei Gästeunterkünfte für Kurzzeitpflege und ein großzügiger Gemeinschaftsraum kamen nun mit dem Anbau hinzu.

Die Erweiterung macht die Bauherren und den Verein besonders stolz. Ausgestattet mit dutzenden Sitzgelegenheiten samt Tischen, großer Küche und eigener Bar soll ein Ort der Gemeinschaft entstehen. „Auch die Nachbarn können hierherkommen und private Feste feiern“, bekräftigt Hans J. Ahrens, Geschäftsführer der Einrichtung, das Anliegen des „Lebenswerks“.

Bereits im Jahr 2010 begann die Planung des Wohnprojekts auf Initiative Ferdinand Krafts. Um eine Kommerzialisierung zu vermeiden und stattdessen den gemeinnützigen Charakter der Idee zu erhalten, firmiert das „Lebenswerk“ als gemeinnützige GmbH. 120 Genossenschaftsanteile wurden an insgesamt 60 Anteilseigner aus Mastholte und Umgebung veräußert. Kraft selbst ist mit einem Viertel der Anteile größter Investor. Bereits bei der ersten Versammlung konnten alle Wohnungen verkauft werden. Bei der Eröffnung im April 2013 zeigten sich die Nutzer überwältigt.

Die Intention Krafts: „Die Menschen sollen dort alt werden können, wo sie ihr Leben verbracht haben.“ Ortskern, Geschäfte und Ärzte sind fußläufig zu erreichen. Eine wichtige Rolle spielt die nach 2013 entstandene Nachbarschaft. „Hier kommen mehrere Generationen zusammen“, berichtet Ahrens stolz. Sogar eine Kindertagesstätte ist eingezogen. „Zwei ältere Damen gehen oft zu den Steppkes und spielen die Kuscheloma“, sagt er.

Die gesamte Anlage ist barrierefrei gestaltet worden. „Das Projekt wurde bewusst so konzipiert, dass sich eine Gemeinschaft bildet, man aber auch ohne Probleme für sich sein kann“, betont Oliver Lömker vom „Daheim“-Kreisverband.

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