„Bürger für Oelde“ stellen Engagement ein



Oelde (eh) - Der vor rund drei Jahren gegründete Verein „Bürger für Oelde“, der bislang öffentlich nahezu nicht in Erscheinung getreten ist, hat am Freitagmorgen bekannt gegeben, sein zugesagtes Sponsoring für die Neugestaltung der Bredengärten zurückzuziehen.

Erst wenige Meter dieser Hecke waren entfernt, als die Stadt Oelde die Baggerarbeiten in den Bredengärten bereits stoppen ließ. Diese Aktion hat den Bruch zwischen der Stadt und den „Bürgern für Oelde“ ausgelöst. Diese stellen ihr Engagement für die Bredengärten ein, ziehen ihre 300 000-Euro-Zusage zurück.

Damit muss die Stadt Oelde insgesamt auf eine Summe von

300. 000 Euro verzichten. Diese hatte der Verein in einem Zeitraum von zehn Jahren insbesondere für die Weiterentwicklung und Umgestaltung der Bredengärten ausgeben wollen. Sie sollte nach Ansicht der hinter dem Verein stehenden Oelder Bürger jetzt starten.

„Alle Vorbereitungen waren getroffen“

 „Aus der Sicht des Vereins waren alle Vorbereitungen getroffen“, teilen die Verantwortlichen mit. Man habe „entsprechend der mit der Stadt abgestimmten Pläne Anfang Februar die maroden Hecken und die unansehnlichen Relikte entfernen wollen, um das Frühjahr zur Herrichtung des Geländes zu nutzen“.

Ein vom Verein beauftragter Gartenbaubetrieb rückte an und begann damit, eine Hecke zu entfernen – bis die Firma aus dem Rathaus gestoppt wurde, für den Verein „aus heiterem Himmel“ und ohne ein direktes, persönliches Gespräch.

Diese Aktion hat das Fass für die „Bürger für Oelde“ zum Überlaufen gebracht. Nach der „Reihe von negativen Erfahrungen, die der Verein während der dreijährigen Vertragsvorbereitung gemacht hat“, hat er seine Sponsoring-Bereitschaft zurückgezogen. Lediglich die begonnenen Arbeiten im Rosengarten werde man zu Ende bringen.

Bürgermeister benennt „Versäumnis“

Bürgermeister Karl-Friedrich Knop bestätigte auf „Glocke“-Anfrage, dass er die Arbeiten habe stoppen lassen. Dies sei aber nicht gegen die Zielsetzung und das Engagement des Vereins gerichtet gewesen. Vielmehr habe er noch einmal über den starken Natureingriff sprechen wollen.

„Es sollten mehr als 800 Meter Hecke gerodet werden.“ Diese Detailplanung habe man im Lauf der langen Vorbereitungsphase nicht diskutiert – und das sei ein Versäumnis, das sich er persönlich, Verwaltung und Politik anrechnen lassen müssten.

Es habe noch Klärungsbedarf gegeben – „der Verein konnte aber in dem Glauben sein, die Arbeiten könnten beginnen“. Die „Bürger für Oelde“ treffe keine Schuld.

Der Bürgermeister betonte, er bedauere sehr, dass der Verein sein Engagement nun eingestellt habe. Es sei unumstritten, dass man sich um „die vernachlässigten Gärten“ kümmern müsse. Wie man das nun nur mit städtischen Mitteln leisten wolle, wisse er noch nicht.

Chronologie

Der Verein „Bürger für Oelde“ ist nach eigener Auskunft vor etwa drei Jahren gegründet worden. Er setzte sich dafür ein, dass die Bredengärten und der Rosengarten nach einem Entwurf des Planungsbüros Schupp und Thiel aus Münster neu gestaltet werden. In einem Pachtvertrag mit der Stadt wurde 2018 festgelegt, dass der Verein zehn Jahre lang je 30 000 Euro zahlen wollte, die zusammen mit einem jährlichen Zuschuss von 30 000 Euro von Forum Oelde für die Pflege des Bereichs ausgegeben werden sollten. Verwaltung und Politik war die Planung mehrfach nicht öffentlich vorgestellt worden, öffentlich wurde ein erster Entwurf im September 2017 im Planungsausschuss gezeigt.

Zitate

„Geplant war, unter Beibehaltung des Baumbestandes und der Rodung einiger Heckenpartien einen zeitgemäßen Landschaftsgarten entstehen zu lassen. (...) Mit der Zeit stellten sich die Bredengärten (...) als lieblos daliegende Landschaft mit funktionslosen Relikten aus der LGS-Zeit, völlig verwilderten Flächen verlassener Privatgärten und üblen Müllablagen vergangener Jahre dar. Hier sollte eine Parklandschaft mit Blumenwiesen, großen Rasenflächen (...) und idyllischen Aufenthaltssituationen entstehen.“

„Bürger für Oelde“

„Der Verein bedauert das sehr, zumal man in Bürgermeister Knop einen verständnisvollen Partner und in Forum-Chefin Melanie Wiebusch sowie Gärtnermeister Robert Hülsmann (...) zielbewusste Begleiter hatte.“ „Bürger für Oelde“ zum Scheitern des Projekts „Es hat einige Zeit gebraucht, um die vertragliche Vereinbarung zu formulieren. Es war notwendig, Anliegen und Zielsetzung in politischen Gremien darzustellen. (...) Wir reden über öffentliche städtische Flächen. (...) Wir haben das Projekt nicht absichtlich in die Zeit geschoben.“

Bürgermeister Karl-Friedrich Knop

„Wir hätten vor einem Jahr fragen müssen: Was genau wird entfernt? (...) Verwaltung und Politik haben sich vielleicht zu lange nicht intensiv genug mit der Planung auseinandergesetzt. (...) Am Ende stand ein Kommunikationsproblem. Ich bedauere das sehr.“

Karl-Friedrich Knop zu fehlenden Absprachen

„Schwierig war, dass der Verein möglichst nicht öffentlich auftreten wollte.“

Karl-Friedrich Knop

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