Diskussion über Tönnies-Pläne



Rheda-Wiedenbrück (kaw) - Das Fleischwerk Tönnies möchte in Rheda seine Kapazitäten erhöhen. Ein entsprechender Genehmigungsantrag gemäß Bundesimmisionsschutzgesetz beim Kreis Gütersloh ist gestellt. Danach soll die Schlachtleistung von rund 3000 auf 3500 Tonnen Lebendgewicht pro Tag steigen.

Seine Kapazitäten möchte die Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG in Rheda erhöhen. Über das Thema diskutierten am Donnerstag die Mitglieder im Bau-, Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss.

Im Bau-, Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss diskutierten die Kommunalpolitiker das umstrittene Thema. „Wie groß darf das Werk denn noch werden?“, fragte Volker Brüggenjürgen, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „„4400 Schweine am Tag möchte die Firma mehr schlachten“, lenkte er in diesem Zusammenhang das Augenmerk auf die Trink- und Abwasserfrage. Zudem gebe es bereits jetzt „erhebliche Geruchs- und Lärmemissionen“, unterstrich er, dass sich das Lkw-Aufkommen tagsüber um rund 17 Prozent erhöhen werde. Die Aussage in dem Genehmigungsantrag der Firma, dass aus Gutachtersicht eine Umweltverträglichkeitsprüfung für nicht notwendig erachtet werde, könne man nicht einfach hinnehmen, betonte er. Im Vorfeld hatte eine so genannte Vorprüfung im Einzelfall stattgefunden.

Geruch und Straßenverkehrssituation

„Ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist, entscheidet der Kreis“, unterstrich Peter Berenbrinck (SPD). Die Kommunalpolitiker müssten darauf achten, dass der Betrieb so gebaut sei, dass der „Gestank“ aufhöre. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Henkenjohann vertrat die Auffassung, dass die Stadt die Aufgabe habe, dieses Unternehmen, das auch Arbeitgeber sei, dahingehend zu fördern, dass es sich entwickeln könne. Gleichzeitig unterstrich er mit Peter Heinz Woste (CDU), dass es wichtig sei, die Verkehrssituation zu überprüfen. „Mindestens 5000 Menschen arbeiten dort“, sagte Woste. Auch das A 2-Forum befinde sich in der Nähe.

Woste wollte zudem wissen, wie es um die Abwasserklärung bestellt sei. Laut Tönnies würde sich die Abwassermenge durch die geplanten steigenden Schlachtzahlen auf 6500 Kubikmeter pro Tag erhöhen. „Das funktioniert“ und sei „unproblematisch, wenn wir nachsteuern“, sagte Wolf-Uwe Schneider, Leiter des Eigenbetriebs Abwasser, im Ausschuss. Gereinigt werde sowohl in der kommunalen Kläranlage als auch in der Industriekläranlage von Tönnies. Es werde täglich kontrolliert. Das gesäuberte Wasser, das in die Gewässer eingeleitet werde, erfülle die gesetzlichen Anforderungen, informierte der Technische Beigeordnete Stephan Pfeffer.

Unveränderte Anlieferzeiten

Die Verwaltung, die von einer Erhöhung der Schlachtleistung von täglich derzeit 26000 auf rund 30400 Schweine pro Tag ausgeht, schätzt laut Stephan Pfeffer, Technischer Beigeordneter, das Vorhaben folgendermaßen ein: „Die Betriebs- und Anlieferzeiten bleiben gegenüber dem bisher genehmigten Stand unverändert. Aufgrund der Kapazitätserhöhung kommt es zu einer Erhöhung des Lkw-Aufkommens um zirka 17 Prozent während der Tagzeit. In der Nacht ergeben sich keine Veränderungen des Verkehrsaufkommens. Die Geruchsemissionen werden nicht derart erhöht, dass Grenzwerte erreicht werden.“ Die beantragte Kapazitätserhöhung werde im Wesentlichen durch die bestehenden Maschinenkapazitäten abgedeckt.

Inga Linzel, Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung und Bauordnung, teilte mit, dass die Stadt bereits Kontakt mit dem Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen aufgenommen habe. Zur Frage, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig sei, erklärte sie, dass die Vorprüfung im Einzelfall stattgefunden habe und es nun Sache des Kreises sei, das Ergebnis zu überprüfen. Laut Auskunft der Rheda-Wiedenbrücker Stadtverwaltung können Einwendungen zu dem Vorhaben noch beim Kreis Gütersloh eingereicht werden. Ein Erörterungstermin mit den Einwendern finde am Mittwoch, 12. Juli, statt.

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