Ein Bildungscampus könnte entstehen



Verl (ack) - Es dürfte in den nächsten Jahren das größte Bauprojekt in der Stadt sein: Der Umbau von Haupt- und Realschule zu einem Gebäude für die Gesamtschule, die ab dem Sommer die beiden traditionellen Bildungseinrichtungen komplett ersetzen wird. Entstehen könnte ein Bildungscampus.

Das Gebäude der Hauptschule soll saniert werden. Klar ist schon jetzt: Der triste Eingangsbereich soll ersetzt werden. Der Hauptzugang zur Gesamtschule soll an eine andere Stelle verlegt werden.

Der Ausschuss für Bildung, Sport, Kultur und Generationen hat sich am Mittwochabend mit dem Raumprogramm für die Gesamtschule beschäftigt, gleichzeitig aber auch in die Zukunft geblickt. Klar ist: Der Weg wird steinig sein. „Die Glocke“ beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Was ist konkret geplant? Die Realschule wird in weiten Teilen abgerissen. Das in die Jahre gekommene Gebäude ist in weiten Teilen nicht barrierefrei. Die Wege sind sehr weit, würde man die Gebäude von Haupt- und Realschule einfach für die Gesamtschule erhalten. Stattdessen soll das heutige Hauptschulgebäude saniert, umgebaut und um einen Anbau ergänzt werden. Insgesamt soll so ein stimmiges Bild entstehen. Heißt: Die neue Gesamtschule soll zum Gymnasium passen. Und auch für das neue Hallenbad soll Platz geschaffen werden.

Wie viele Räume werden benötigt? Allein 33 Klassenräume. Hinzu kommen mehrere Fachräume, Büros, ein großes Lehrerzimmer, ein Selbstlernzentrum und das neugestaltete Pädagogische Zentrum. Es soll aufgewertet werden. Außerdem soll in diesem Bereich ein neuer Haupteingang geschaffen werden, der seinem Namen auch Rechnung trägt. Die Verwaltung plant mit einem Puffer. Heißt: Es sind mehr Räume vorgesehen, als direkt benötigt werden. Sie würden dann gebraucht, wenn die Gesamtschule dauerhaft sechszügig arbeiten würde. Derzeit sind fünf Klassen pro Jahr die Regel, von der es aber schon Ausnahmen gibt. Die Klassenräume werden mit 60 Quadratmetern durchaus üppig geplant.

Gibt es einen Zeitplan? Jein. Klar ist, dass im Februar der Rat abschließend über das Raumprogramm diskutieren soll. Danach soll bis zum Sommer entschieden werden, ob es einen Architektenwettbewerb gibt oder ob auf einem anderen Weg nach einem Planer gesucht wird. Danach soll in Ruhe geplant werden. „An dieser Stelle ist es wichtig, sich Zeit zu lassen“, erklärte der Erste Beigeordnete Heribert Schönauer. Ein Baustart ist frühestens 2019 geplant.

Was passiert während der Bauarbeiten? „Es wird eine Operation am offenen Herzen“, sagte Heribert Schönauer. Ähnlich wie beim Gymnasium wird ein Teil der Klassen in ein Containerdorf umziehen müssen. Wo das aufgebaut wird, steht derzeit noch nicht fest.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Bildungscampus? Dr. Ulrich Klotz, FDP-Ratsmitglied und Lehrer an der Gesamtschule, hat ihn im Ausschuss benutzt. Die Idee dahinter: Ein Gebäude-Ensemble für Gymnasium, Gesamtschule und das Mint-Technikum, das nach der Vorstellung der Politiker vom Papendiek ins Schulzentrum umziehen könnte. Entschieden ist das aber noch nicht. Einmal müsste der Trägerverein des Technikums zustimmen. Und dann müsste auch Platz geschaffen werden. Möglich ist, dass das neue Mint-Technikum so ausgestattet wird, dass es auch anderweitig von den Schulen nutzbar ist. „Das nennt man Synergie“, sagte die CDU-Fraktionschefin Gabi Nitsch.

Was sagt die Schulleitung? Tanja Heinemann, Leiterin der Gesamtschule, lobte die konstruktiven Gespräche mit der Verwaltung in Sachen Raumkonzept. „Wir sind sehr froh, dass viele unserer Ideen aufgegriffen wurden“, so Tanja Heinemann. Mit dem nun vorliegenden Programm könne man das pädagogische Konzept gut umsetzen. Nun wünsche sich die Schule, dass das Vorhaben zügig angegangen werde.

Was sagt die Politik? Die fand alles gut und stimmte einstimmig dafür, das Raumprogramm als Grundlage für die weitere Planung zu verwenden.

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