Ein Euro für den gesamten Flugplatz



Gütersloh (din) - In einer Absichtserklärung sollen sich Gütersloh, Harsewinkel und Herzebrock-Clarholz auf das Vorgehen bei der Folgenutzung des Flugplatz-Geländes an der Marienfelder Straße festlegen. Der Entwurf liegt seit Freitag ebenso vor wie ein erster Business-Plan.

Aus der Vogelperspektive: Die Fläche, um die es jetzt geht, umfasst 339 Hektar auf dem Kasernengelände südlich der Marienfelder Straße und 24 Hektar nördlich mit den Sportanlagen und der Siedlung an der Parseval-Straße.

Die Absichtserklärung umfasst elf Punkte. Dazu gehört die Gründung einer Gewerbepark Flugplatz Gütersloh GmbH. Daran soll Gütersloh 70 Prozent, Harsewinkel 20 Prozent und Herzebrock-Clarholz 10 Prozent halten. Diese Mehrheitsverhältnisse sollen in einem Aufsichtsrat abgebildet werden. Entscheidungen in den Organen sollen mit einer Drei-Viertel-Mehrheit getroffen werden. Kein Partner kann sich über andere hinwegsetzen.

Die Grundlagen der Zusammenarbeit bei der Planung, der Erschließung des Geländes sowie die Verteilung künftiger Grund- und Gewerbesteuereinnahmen sollen überdies in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag geregelt werden.

Festgehalten wird die Absicht, das gesamte Gebiet des heutigen Flugplatzes zu überplanen und dort, wo es möglich ist, ein Gewerbe- und Industriegebiet auszuweisen. Grundlage soll das vom Gütersloher Rat verabschiedete Handlungskonzept sein.

Unterdessen hat das Osnabrücker Fachbüro Dr. Eisenmenger Co-Cooperation ein Szenario für einen Business-Plan zur Wirtschaftlichkeit erarbeitet. Er geht laut einer Vorlage für den Hauptausschuss „von der Annahme aus, dass die BImA (Bundesanstalt für Immobilien-Aufgaben) als Eigentümerin das Areal für einen Preis von einem Euro veräußern wird“. Die Annahme folgt der Argumentation, dass die Kosten für die Entwicklung des Geländes die Einnahmen aus der Vermarktung übersteigen könnten.

Davor stehen aber noch die Verhandlungen mit der Bundesanstalt. Bereits vor einem Jahr hatte die BImA auf Anfrage der „Glocke“ erklärt: „Die Veräußerung erfolgt grundsätzlich zum gutachterlich ermittelten Verkehrswert.“ Der orientiere sich an der künftigen zivilen Nutzung. Für bestimmte Zwecke, etwa den sozialen Wohnungsbau, könnten den Kommunen Verbilligungen gewährt werden.

Der Business-Plan sieht außerdem Gesamtinvestitionen in Höhe von 75 Millionen Euro vor. Diese sollen nicht in den jeweiligen Haushalten verankert werden, sondern die Kommunen sollen nur in Relation ihrer Anteile an der Gesellschaft Bürgschaften bei den Banken übernehmen – das in einem Zeitraum von 20 Jahren.

„Erst am Ende der Projektlaufzeit wird man genau wissen, ob die Entwicklung für die Gesellschafter mit einer schwarzen Null aufgegangen ist oder in welcher Höhe Deckungslücken zu schließen sind“, heißt es in der von Bürgermeister Henning Schulz unterzeichneten Vorlage. Der Hauptausschuss befasst sich mit dem Thema am 12. September, der Stadtrat vier Tage später. Im November sollen entscheidungsreife Vertragsentwürfe vorliegen. w

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