Ein kostspieliger Abriss steht an



Gütersloh (din) - Wenn die Umnutzung (Konversion) der Flugplatz-Kaserne an der Marienfelder Straße vorangetrieben wird, dürften die meisten Gebäude dort abgerissen werden. Für sie gibt es mit wenigen Ausnahmen keine Verwendung.

Keine Verwendung gibt es aus heutiger Sicht für die Wohngebäude in der Kaserne. Die Hubschrauberwartungshalle (Bild) könnte bei Bedarf auch von einer Firma genutzt werden.

Zu diesem Fazit kam Meinolf Bertelt-Glöß vom Büro NRW Urban am Montagabend bei einer Zwischenbilanz im Hauptausschuss. Untersucht wurden Unterkunftsgebäude aus den Baujahren 2000 und 1956, das Kasino von 1935 sowie die Verwaltungsgebäude mit Anbauten sowie der Speisesaal aus den Jahren 1936 und 1956.

„Die Gebäude, die da stehen, kann man eigentlich nur als Büros nutzen, und dafür gibt es keinen Bedarf“, sagte Bertelt-Glöß. Man könne sie nur abreißen. Die Kaserne werde kein Bürostandort. Auch für Freizeiteinrichtungen wie eine Eventhalle oder einen Kletterwald sei das Gelände zu weit von der Stadt entfernt. Eine Wohnnutzung der teils neuen Apartmenthäuser schloss der NRW-Urban-Sprecher kategorisch aus. Lediglich der Erhalt einzelner Gebäude mit stadtbildprägender Wirkung sei denkbar.

Ähnliches gelte für die Hallen. So könne eine Hubschrauberwartungshalle durchaus auch gewerblich genutzt werden. Allerdings hätte Firmen in der Regel ihre eigenen Anforderungen.

„Da ist Abriss angesagt“, erklärte Bertelt-Glöß, „und das kostet“. Mit der Frage müsse sich die Stadt Gütersloh intensiv beschäftigen. Die Beseitigung schon eines Flugzeugbunkers (Shelter) bezifferte er auf 300 000 Euro.

Die Nachfrage nach Gewerbeflächen und auch das Interesse aus Nachbarkommunen sind weiterhin vorhanden. Zum Potenzial auf den Flugplatzgelände äußerte sich der Fachmann mit Blick auf vorliegende Gutachten nur vage: „Die bisher vorliegenden Erkenntnisse über Lebens-, Jagd- und Bruträume von Tieren beziehungsweise die Ausdehnung von Pflanzenvorkommen lassen noch keine genaue Abgrenzung von Schutzzonen zu.“ Um geschützte Biotope von 126 Hektar werde man zumindest nicht herumkommen.

Das Potenzial für erneuerbare Energien wertete Bertelt-Glöß als gering. Für Photovoltaikanlagen hätten sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geändert. Windkraftanlagen konnte er sich – auch wegen des Vogelschutzes – allenfalls auf einer Fläche von 3,99 Hektar im Süden vorstellen.

Der Flugplatz sei übrigens vergleichsweise wenig mit Altlasten belastet: „Es ist kein Killerargument zu finden, das gegen eine Umnutzung spricht“, versicherte der Mann von NRW Urban.

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