Elf Wohnungen in Saunapark geplant



Marienfeld (jau) - 31 Jahre lang ist an der Abt-Bernhard-Straße 1 in Marienfeld geschwitzt worden. Der  Saunapark, den Familie Boden im Februar 1994 übernommen hatte, florierte vor allem in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren. Seit 2008 ist der Ofen aus. Jetzt gibt es für das Gebäude andere Pläne.

Im ehemaligen Saunapark an der Abt-Bernhard-Straße 1 sollen sieben Wohnungen und vier Apartments entstehen. Der Planungs- und Bauausschuss beschäftigt sich am Donnerstag, 31. Januar, mit dem Bauvorhaben.

 Aus der einst kultigen Sauna mitten im Marienfelder Wohngebiet soll ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen und vier Apartments werden. Ein Investor hat einen Bauantrag zur Umnutzung des Gebäudes beim Kreis Gütersloh gestellt. Jetzt wurde die Harsewinkeler Stadtverwaltung im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens zur Stellungnahme aufgefordert. Am Donnerstag, 31. Januar, beschäftigt sich der Planungs- und Bauausschuss ab 17 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses mit der geplanten Umnutzung. Markus Ehrlich von der Bauabteilung der Stadt empfiehlt den Lokalpolitikern, grünes Licht für das beantragte Bauvorhaben zu geben. „Der Bebauungsplan sieht für das Antragsgrundstück eine wohnbauliche Nutzung vor. Somit entspricht der vorgelegte Antrag den städtebaulichen Zielen des Bebauungsplans“, schreibt Markus Ehrlich in der Sitzungsvorlage.

Anzahl der Wohneinheiten untypisch für das bestehende Wohngebiet

 Allerdings lässt Ehrlich, der im Rathaus für den Bereich Bauverwaltung und Planung zuständig ist, auch nicht unerwähnt, dass die beantragte Anzahl der Wohneinheiten untypisch für das bestehende Wohngebiet zwischen der Adenauerstraße und der Abt-Heinrich-Straße sei. Dort seien maximal zwei, ausnahmsweise drei Wohneinheiten üblich, so der Verwaltungsmitarbeiter. Allerdings enthält der dort gültige Bebauungsplan auch keine Festsetzungen zur zulässigen Anzahl der Wohneinheiten. Laut Ehrlich regelt die Baunutzungsverordnung aber, dass Vorhaben im Einzelfall trotzdem unzulässig sein können, wenn sie nach Anzahl, Lage, Umfang oder Zweckbestimmung der Eigenart des Baugebiets widersprechen. Aber: Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Baden-Württemberg vom 28. September 1995 greife die Verordnung nicht bei der Anzahl der Wohnungen und damit der Wohnungsdichte. Eine Steuerung der Wohnungsdichte sei ausschließlich über eine Änderung des Bebauungsplans möglich. Auch darauf weist Markus Ehrlich im Vorfeld der öffentlichen Sitzung hin.

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