Eltern und Kinder toben durch den Wald



Beelen (gl) - Jedes Jahr im Frühling und im Herbst verlagern die Kinder und Erzieherinnen der Alexe-Hegemann-Kindertagesstätte und des Beelener Familienzentrums für drei Tage ihren Alltag in den Wald. Erst kürzlich ist die Einrichtung erneut unter ein Baumdach umgezogen.

waldtag

Für diese Zeit richtete man sich im Wald entsprechend ein. Es gab eine Ruhe-Oase, einen Bereich zum Essen. Der Tagesablauf wurde dem in der Kita angepasst, so dass auch Geburtstage gefeiert und Morgenkreise abgehalten wurden.

Die Kindertagesstätte ist seit 2012 zertifizierte Bewegungskita des Landessportbunds NRW und sah die Waldtage als guten Anlass, um an einem Samstag zum Familien-Sportfest in den Wald einzuladen. Diesem Aufruf waren viele Familien gefolgt. Die Eltern konnten sich an diesem Tag von ihren Kindern zeigen lassen, wie sich für sie ein Tag im Wald gestaltet. Gut ausgerüstet mit waldgerechter Kleidung und einem Rucksack mit einer kleinen Stärkung, traf man sich am Vormittag in den Tiefen des Waldes.

Begrüßt wurden die Familien von einer Handpuppe, der Raupe Reni, die den Mädchen und Jungen bereits aus den vergangenen Tagen bekannt war. Reni erklärte den Eltern den Verlauf des Wald-Sporttags. Bildkarten in der Mitte zeigten den zahlreichen Beteiligten, welche Orte es zu besuchen galt. Vom Rutschberg über den Wurzelbaum bis zum Lupenspaziergang, Waldparcours und Sandberg war für jeden Geschmack etwas Spannendes dabei. Dabei konnten die Kinder Hindernisse überwinden, durch enge Tunnel klettern sowie ihren Körper beim Rollen oder Rutschen spüren. Nun konnten Nachwuchs und Eltern gemeinsam entscheiden, welchen Bereich sie zuerst erobern wollten und dann fiel das Startsignal in Form einer Klingel.

Wichtig war der Gedanke des gemeinsamen Erlebens und Spaßhabens. Aufgrund der Altersstrukturen war nicht der Wettkampfcharakter Ziel des Tages. Länger als eine Stunde bewegten sich alle Beteiligten durch den Wald und probierten sich an verschiedenen Formen der Bewegungsangebote aus.

Am Rutschberg bildeten sich Teams, da es den Kindern viel Spaß machte, auf dem Schoß ihrer Eltern oder Erzieherinnen den Berg hinunterzusausen. Am Wurzelbaum galt es, den Raupen (in Form langer Drainagerohre) den Weg durch die Wurzeln zu zeigen. Die Mutigsten kletterten gleich hinterher.

Lautes Juchzen, Lachen und aufgeregtes Stimmengewirr begleiteten die Aktionen. Ein weiterer Höhepunkt war die Wald-Schatzkiste. Darin waren besondere Schätze, die die Kinder und Eltern mithilfe der Lupen entdeckt hatten. Diese wurden anschließend in der Kita bewundert und auf einem großen Plakat befestigt, das nun im Flur der Einrichtung aushängt. Zum Schluss verabschiedete Raupe Reni die Familien und lobte die Eltern, dass sie sich fast so gut bewegt hatten wie ihre Kinder. Schon auf dem Nachhauseweg kam die Frage auf: „Wann fahren wir hier wieder hin?“

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