Elterninfo zu neuer Schulform gestartet



Warendorf (pw) - Mit einem gut besuchten Informationsabend ist am Montag das Verfahren zur Ermittlung des Elternwillens bei der Neugestaltung der Warendorfer Schullandschaft eröffnet worden.  In der kommenden Woche beginnt die schriftliche Abfrage bei  Eltern der heutigen Dritt- und Viertklässler.

Experten bei der Elterninformationsveranstaltung zur neuen Schulform in Warendorf: (v.l.) Rainer Michaelis (NRW-Schulministerium), Gertrud Korf und Manfred Kramer (Gesamtschulexperten), Stefanus Stritzke und Reinhold Bussieweke (Hauptschulleiter und Sekundarschul-Experten).

Rund 180 Eltern, Lehrer, Politiker und weitere Interessierte waren zur Auftaktveranstaltung in die Aula der Von-Galen-Schule gekommen. Weitere Informationsabende sind am Dienstag (8. November) und am Donnerstag (10. November) in der Dreibrücken-Hauptschule, am Mittwoch (9. November)eine weitere in der Von-Galen-Realschule (jeweils 19 Uhr).  In ausführlichen Referaten stellen Fachleute die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Schultypen, die in Warendorf neu eingerichtet werden könnten, vor, nämlich der seit mehr als 40 Jahren bekannten Gesamtschule und der erstmals zum Schuljahr 2012 / 13 möglichen Sekundarschule.

Ist Elternwille Maßstab?

In der anschließenden Fragerunde bewegte bei der Auftaktveranstaltung viele Eltern ein Aspekt ganz besonders: Wird der in der formalen Fragebogenaktion ermittelte mehrheitliche Elternwille auch umgesetzt oder wäre das Ergebnis „nicht mehr als ein Stück Papier“, wie es ein Vater formulierte. Dazu stellte Bürgermeister Jochen Walter klar, dass die politische Entscheidung letztlich der Rat als Vertreter des Schulträgers zu treffen habe.  Er selbst, da legte sich Walter gestern fest, sehe sich mit seinem persönlichen Votum an die Mehrheitsentscheidung der Eltern gebunden. Zudem nahm der Bürgermeister die von einigen Eltern geäußerte dringende Bitte auf, dass aus der Formulierung des Fragebogens deutlich hervorgehen müsse, welchen Typ einer Sekundarschule (integriert, teilintegriert oder kooperativ) der Schulträger eigentlich meine.

Wird Schule überrannt?

Was aber würde passieren, wenn die Anmeldezahlen an dieser neuen Schule so hoch wären, dass die sechs geplanten Eingangsklassen nicht ausreichen würden, um alle Bewerbungen anzunehmen? – Vor einem solchen, zwar unwahrscheinlichen, aber auch nicht auszuschließenden Szenario fürchten sich offensichtlich zahlreiche Eltern. Immerhin stellte Rainer Michaelis (Schulministerium NRW) klar, dass dieses theoretische Problem nicht nur bei einer Gesamtschule, sondern im Prinzip auch bei einer Sekundarschule auftreten könnte. Praktisch sieht Warendorfs Schuldezernent Dr. Martin Thormann die Gefahr aber nicht.

Oberstufe macht Unterschied

Unter dem Strich wurde auch in den Expertenreferaten deutlich, dass sich in der Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10) eine Gesamtschule und eine Sekundarschule, zumindest in ihrer integrierten Form, auf dem Papier kaum unterscheiden. Im Wesentlichen geht es um die Frage, ob die neue Schule eine eigene und damit in Warendorf zusätzliche Oberstufe (Modell Gesamtschule) haben soll. Rainer Michaelis: „Das müssen Sie vor Ort selbst entscheiden.“

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