Entsorger Zimmermann baut bei BASF



Gütersloh (din) - Das Familienunternehmen Zimmermann expandiert. Der Gütersloher Entsorger will auf dem BASF-Gelände in Grenzach-Wyhlen im äußersten Südwesten Deutschlands einen neuen Standort aufbauen mit zwei Anlagen zur Behandlung von flüssigen und von festen Industrieabfällen.

Näher am Kunden: Geschäftsführer Gerhard Zimmermann (rechts) und der Technische Leiter Dr. Jörg Wellenbüscher planen den Standort bei BASF in Grenzach-Wyhlen.  Bild: Dinkels

Mit fünf Millionen Euro ist es die bisher größte Einzelinvestition außerhalb Güterslohs in der 49-jährigen Firmengeschichte. Zimmermann kommt damit den Kunden in Süddeutschland entgegen. Allein in Baden-Württemberg kümmert sich der Entsorger um die Sonderabfälle von rund 180 Firmen, darunter viele aus der Chemie-Branche.

„Wir fahren dorthin und holen das Material nach Gütersloh oder nach Bitterfeld“, sagt Geschäftsführer Gerhard Zimmermann (50). „Jetzt gehen wir mit der Anlage zu unseren Kunden, um weniger Transporte zu haben.“ Das sei auch umweltfreundlicher, ergänzt der Technische Leiter und Projektverantwortliche Dr. Jörg Wellenbüscher (50). Obendrein werde Gütersloh entlastet. Dank der guten Konjunktur und der großen Nachfrage müssten zurzeit schon Aufträge abgegeben werden, berichtet Zimmermann.

Geplant sind eine Anlage zur chemisch-physikalischen Behandlung von Flüssigkeiten mit einer Kapazität von maximal 60 000 Tonnen pro Jahr sowie eine Feststoffbehandlungsanlage für maximal 80 000 Tonnen pro Jahr. Weil in der einen Anlage auch Feststoffe anfallen und in der anderen landen, ergibt sich unter dem Strich bei voller Auslastung ein maximaler Durchsatz von 130 000 Tonnen. Zum Vergleich: In Gütersloh im Industriegebiet an der Gottlieb-Daimler-Straße werden jährlich bis zu 160 000 Tonnen behandelt.

Der Standort auf dem BASF-Gelände unmittelbar am Rhein bietet außer der Nähe zu den Kunden eine Reihe von Vorteilen: Ein Bahnanschluss mit fünf Gleisen ist vorhanden. Der Rhein ermöglicht den Transport auf dem Wasser. Abwässer können in ein Industrieklärwerk auf dem Gelände eingeleitet werden. Und qualifizierte Mitarbeiter, die früher in der Chemieindustrie gearbeitet haben, sind vorhanden. Rund 50 werden benötigt für Behandlung und Transport. Laut Zimmermann begrüßt der BASF-Betriebsrat das Vorhaben.

Der Vertrag mit dem Chemie-Riesen BASF soll in Kürze unterschrieben werden. Nächsten Monat sollen die Unterlagen für das Genehmigungsverfahren nach den Bundes-Immissions-Schutz-Gesetz (BImSchG) eingereicht werden. Nach dem Baubeginn 2012 ist die Inbetriebnahme für 2013 vorgesehen.

Zimmermann investiert nicht nur in Baden-Württemberg. Beim Klebstoffhersteller Jowat in Detmold wird zurzeit eine Anlage für 750 000 Euro aufgebaut. Sie soll bis Ende des Jahres in Betrieb gehen. Anfang des Jahres hat Zimmermann auf dem Betriebsgelände an der Gottlieb-Daimler-Straße eine neue Halle zur Vorbehandlung von Feststoffen in Betrieb genommen. Kosten: eine Million Euro. Laut Gerhard Zimmermann ist damit keine Kapazitätsausweitung verbunden. In der 1700 Quadratmeter großen Umschlaghalle würden vor allem Verbrennungsaschen behandelt.

Schräg gegenüber hat Zimmermann das von Gehring-Bunte nicht mehr benötigte Verwaltungsgebäude erworben. „Wir brauchen mehr Platz“, sagt der Geschäftsführer. Das Gebäude soll umgebaut und Anfang nächsten Jahres bezogen werden. 2012 wird auch das 50-jährige Bestehen des 1962 gegründeten Unternehmens gefeiert.

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