Erinnerungen an Rosamunde Pilcher



Rheda-Wiedenbrück (sud) - „Ich habe sie wahnsinnig gern gehabt.“ Tief betroffen ist Marissa Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg über den Tod Rosamunde Pilchers (94). Die britische Erfolgsautorin, die am Mittwoch gestorben ist, war eine entfernte Verwandte der aus England stammenden Adeligen.

Hat in Rheda bleibende Spuren hinterlassen: Die am Mittwoch verstorbene Bestsellerautorin Rosamunde Pilcher war 2004 beim Schlossfestival „Frühling im Park“ zu Gast. Damals wurde eine Rose nach ihr benannt.

Am Freitagnachmittag schwelgen Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg und seine Ehefrau Marissa auf Schloss Rheda in Erinnerungen. Sie schauen sich Fotos an, die während eines Besuchs Rosamunde Pilchers im Jahr 2004 entstanden sind. Damals war die Romanautorin, die mit mehr als 60 Millionen verkauften Büchern zu den erfolgreichsten Schriftstellern der Gegenwart zählt, Stargast des Festivals „Frühling im Park“.

„Herzlich und unkompliziert“

„Sie war so herzlich und unkompliziert“, denkt Marissa Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg gerne an den Besuch ihrer „Tante“ in der Emsstadt zurück. Wobei: „Meine richtige Tante war sie eigentlich gar nicht, aber ich durfte sie der Einfachheit halber so nennen“, erklärt die blaublütige Rhedaerin.

Verwandtschaftliche Bande zu der Bestsellerautorin gab es dennoch: Die Mutter von Fürstin Marissa und der bereits im Jahr 2009 verstorbene Ehemann von Rosamunde Pilcher kamen aus derselben Familie. Den wohlhabenden Textilunternehmer aus Schottland heiratete die britische Schriftstellerin, die ihre Werke bis 1965 unter dem Pseudonym Jane Fraser veröffentlichte, 1946.

Besuch gerät zum Medienereignis

Als vor mehr als 15 Jahren die Anfrage aus Rheda kam, ob man beim damals frisch gestarteten Festival „Frühling im Park“ mit ihrem Besuch rechnen dürfe, musste Rosamunde Pilcher nicht lange überlegen. „Sie hat sofort ja gesagt“, erinnert sich Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg. Und seine Frau Marissa ergänzt: „Sie hat uns als jung verheiratetes Ehepaar, vor dem große Aufgaben liegen, gesehen und uns unterstützen wollen.“

Das Rezept ging auf. „Frühling im Park“ wurde dank der Stippvisite der Erfolgsautorin von der Insel zu einem Besuchermagneten und Medienereignis. „Sogar das Fernsehen hat über uns berichtet“, denkt Schlossherr Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg gerne an die Anfänge der inzwischen eingestellten Veranstaltung zurück.

Rosamunde Pilcher schnitt damals nicht nur das symbolische Band zur Eröffnung des Parkfestivals durch, sie schrieb auch unzählige Autogramme, kam mit den Menschen ins Gespräch und war Taufpatin einer eigens gezüchteten und nach ihr benannten Rosensorte.

„Ihr hat es hier gefallen“

„Ihr hat es bei uns wunderbar gefallen.“ Dass Rosamunde Pilcher die Tage auf Schloss Rheda im Frühling 2004 genoss, steht für Marissa Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg außer Frage. Kutschfahrten, Empfänge und natürlich das Parkfestival boten reichlich Abwechslung. „Sie hat das, worüber sie so oft in ihren Büchern schrieb, bei uns hautnah erleben können“, resümiert Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm und seiner Frau der Eintrag Rosamunde Pilchers in das goldene Buch der Stadt Rheda-Wiedenbrück. „Der Festakt fand im Beisein sämtlicher Stadtratsmitglieder in der Orangerie statt“, sagt Fürstin Marissa. „Keiner der Politiker wollte sich das entgehen lassen.“

Die aus Großbritannien stammende Adelige, die im Jahr 2000 durch ihre Heirat nach Rheda kam, hat die Erfolgsautorin nach eigenem Bekunden immer bewundert. „Besonders imponiert hat mir, dass sie erst relativ spät ihren beruflichen Durchbruch hatte“, sagt Marissa Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg. „Als 1987 ihre Familiensaga ,Die Muschelsucher‘ erschien, war sie bereits 63.“ Das sei normalerweise ein Alter, in dem sich andere Menschen zur Ruhe setzten. „Das hat mir ungemein imponiert. An ihrer Lebensleistung können sich viele ein Beispiel nehmen.“

Spurensuche in Cornwall

Auf den Spuren Rosamunde Pilchers sind die blaublütigen Eheleute aus Rheda bereits mehrfach gewandelt. In Cornwall, wo viele der Bücher mit Titeln wie „Möwen im Wind“ oder „Der lange Weg zum Glück“ spielen, haben sie bereits mehrere Familienurlaube verbracht. „Aber so schön wie in den ZDF-Verfilmungen war das Wetter meistens nicht“, sagt Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg. „Oft hatten wir Regen.“

Erinnerung lebt weiter

„Tante“ Rosamunde bleibt für ihn und seine Frau unvergesslich. „In unserer Erinnerung lebt sie weiter“, sind sich die beiden einig. Beitragen könnte dazu auch die spanische Übersetzung eines Rosamunde-Pilcher-Romans, die Marissa Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg kürzlich geschenkt bekommen hat. In den will sich die Schlossherrin, die seit einiger Zeit einen Spanischkursus bei der Volkshochschule (VHS) Reckenberg-Ems belegt, nach eigenem Bekunden an den kommenden Winterabenden vertiefen.

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