Ermittlungen im NRW-Landgestüt



Warendorf (hjk) - Reisen von drei leitenden Mitarbeitern des NRW-Landgestüts in Warendorf nach Katar haben das Landeskriminalamt (LKA) auf den Plan gerufen. Es geht dabei um den Anfangsverdacht der Vorteilsnahme. Am Mittwoch sind in Warendorf die Büroräume des Landgestüts durchsucht worden.

Die Büroräume des NRW-Landgestüts in Warendorf sind, wie am Donnerstag bekanntwurde, am Mittwoch durchsucht worden.

LKA-Beamte und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Münster haben dabei laut Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape Computer und weiteres Beweismaterial sichergestellt. Die Durchsuchungs-Aktion hat mehrere Stunden gedauert.

Vom Landgestüt in Warendorf selbst gab es am Donnerstag keine Stellungnahme zu den im Raum stehenden Vorwürfen. Vielmehr wurde auf das aufsichtsführende NRW-Umweltministerium in Düsseldorf verwiesen. Das Ministerium hat derweil den ermittelnden Behörden volle Kooperation zugesichert. Pressesprecher Frank Seidlitz dazu in einer Mitteilung: „Damit der international gute Ruf des Landgestüts keinen dauerhaften Schaden nimmt und im Sinne der betroffenen Beschäftigten, strebt das Ministerium eine rasche Klärung der Vorwürfe an.“

Das NRW-Landgestüt unterhält schon seit einigen Jahren gute Kontakte zu dem Wüstenstaat, wobei es auch zu gegenseitigen Besuchen gekommen ist. Katar ist als junges Reitsportland insbesondere an Ausbildung und Know-how interessiert.

Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape bestätigte gestern auf Anfrage der „Glocke“, dass die Ermittlungen gegen die unter Verdacht geratenen Mitarbeiter bereits seit einiger Zeit laufen. Es habe einen entsprechenden Hinweis gegeben, dem die Staatsanwaltschaft Münster habe nachgehen müssen. Stefan Lechtape betonte aber auch, dass der Ausgang des Verfahrens völlig offen sei. Es gelte nun, die Beweisunterlagen gründlich zu prüfen. Das werde voraussichtlich einige Wochen in Anspruch nehmen.

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