Fairtrade-Stadt wirbt für fairen Genuss



Rheda-Wiedenbrück (gl) -  In der Adventszeit steigt die Nachfrage nach Schokolade. Dabei erfreuen sich auch Waren mit dem Fairtrade-Siegel immer größerer Beliebtheit. Trotzdem seien die Verkaufszahlen noch niedrig, wie es aus dem Rathaus heißt.

Empfehlen für ein Weihnachtsfest mit gutem Gewissen fair gehandelte Schokolade: Karl-Heinz Simon vom Eine-Welt-Laden St. Aegidius und Dorothee Kohlen, Umweltberaterin in Rheda-Wiedenbrück.

Demnach sind von den 9,5 Kilogramm verzehrter Schokolade pro Kopf derzeit gerade einmal rund 15 Gramm fair gehandelt. Das entspricht einem Anteil von 0,15 Prozent. Deshalb ruft Dorothee Kohlen von der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt zum Handeln auf. „Gerade zu Weihnachten sollte uns das Wohlergehen der Kleinbauern und ihrer Familien ein paar Cent mehr pro Schokoladennikolaus wert sein“, betont Kohlen. Sie möchte die Bürger dazu motivieren, im kommenden Jahr nicht nur bei der beliebten Süßigkeit auf mehr Nachhaltigkeit zu achten. So böten neben den beiden heimischen Weltläden inzwischen fast alle Lebensmittelgeschäfte fair gehandelte Produkte an.

Nikoläuse aus Schokolade

Rheda-Wiedenbrück ist seit 2010 Fairtrade-Stadt. Seitdem gab und gibt es zahlreiche Aktionen, um für den fairen Handel zu werben. Der Erfolg sei unter anderem an den sowohl sozial wie ökologisch vertretbar hergestellten Nikoläusen zu sehen, sagt Dorothee Kohlen. Das Einstein-Gymnasium kaufe jedes Jahr rund 400 Stück solcher Schokomänner. Weitere 450 würden jährlich von den Schulen Eichendorff, Postdamm und Pius sowie von den Messdienern St. Aegidius und St. Pius geordert. „Die evangelische Kita Krumholzstraße kauft circa 80 Stück.“ Die Steuerungsgruppe wünsche sich, dass viele dem Vorbild der Einrichtungen folgen und beim Einkauf bewusst auf Schokolade mit einem entsprechenden Siegel achten. Der kakaohaltige Genuss ist die beliebteste Süßware in Deutschland und ein typisches Beispiel für die Waren, die global gehandelt und lokal genossen werden. Pro Jahr verputzt jeder Verbraucher laut der Pressemitteilung im Durchschnitt rund 9,5 Kilogramm – das sind 95 Tafeln zu je 100 Gramm. Hauptbestandteil ist Kakao, der hauptsächlich in Afrika (Elfenbeinküste, Ghana) und Mittelamerika (Brasilien) angebaut wird.

Produktionsbedingungen im Blick

 „Kaum jemand denkt darüber nach, unter welchen Bedingungen dies erfolgt. Aber genau hier fängt das Problem an: Die Produktionsbedingungen sind oft miserabel, Kinderarbeit ist an der Tagesordnung“, erläutert Kohlen. Es gibt einen Einkaufsführer, dem man entnehmen kann, wo es in Rheda-Wiedenbrück welche fair gehandelten Produkte gibt. Er kann auf der Internetseite der Stadt (www.rheda-wiedenbrueck.de) heruntergeladen werden. Weitere Infos erhalten Interessenten auch bei Dorothee Kohlen unter Tel. 05242/963234.

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