Falscher Facebook-Alarm beunruhigt Eltern



Gütersloh/Rietberg/Warendorf (ste) - Für Verunsicherung sorgt bei Eltern derzeit eine Warnung, die über Facebook verbreitet wird: Angeblich soll jemand in einem weißen Bulli Kinder ansprechen. „Das stimmt nicht“, stellt Corinna Koptik, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Gütersloh, klar.   

Genau hinschauen sollten Facebook-Nutzer, was den Wahrheitsgehalt des darin Veröffentlichten angeht. Grundlos veröffentlichte Warnungen verbreiteten unnötige Panik und lenken von tatsächlich gefährlichen Situationen ab.

Es handele sich hierbei um eine Meldung, die sich verselbstständigt hat. Der Ursprung liege in Rietberg, sagt Corinna Koptik auf Anfrage der „Glocke“. „Vor zwei Wochen hat hier ein 20-Jähriger aus einem weißen Auto heraus eine 15-Jährige angesprochen, aber das war wohl ein missglückter Anmachversuch.“ Es sei außer einem Wortwechsel nichts passiert, auch keine Anzeige erstattet worden. „Und irgendwie muss sich daraus die Warnung über Facebook entwickelt haben. Wer der Urheber ist, wisse man nicht. „Seitdem erhalten wir andauernd Anrufe besorgter Eltern“, sagt Corinna Koptik. „Wir nehmen natürlich jede Anfrage und jeden Hinweis ernst. Aber an dieser Warnung ist wirklich nichts Wahres dran.“ Alles deute darauf hin, dass sich da etwas aufgebauscht hat und dass sich daraus eine gewisse Hysterie entwickelt hat.

„Nichts davon stimmt“

Im Kreis Warendorf sei vor rund einer Woche eine ähnliche Facebook-Warnung aufgetaucht, sagt Martin Schnafel, Sprecher der Kreispolizeibehörde Warendorf. „Aber ich weiß nicht, ob sie miteinander in Verbindung zu bringen sind.“ Die Warnung beginne mit den Worten „An alle Mamis und Papis“. Darin werde von einem Mann in einem weißen Kleinbus berichtet, der Kinder dazu auffordere, mit ihm mitzufahren. „Auch Warendorf und Müssingen werden erwähnt“, sagt Martin Schnafel. „Aber wir haben das überprüft, nichts davon stimmt.“ Mittlerweile glauben die Ermittler, dass die Meldung ihren Ursprung in Rheine (Kreis Steinfurt) hat.

Der weiße Bulli taucht überall auf

Wie schnell eine solche Meldung die Runde macht, hat auch die Polizei im Kreis Paderborn festgestellt. Auch hier melden sich seit etwa einer Woche besorgte Eltern, die befürchten, dass jemand in einem weißen Bulli ihre Kinder ansprechen könnte. „Da wir den Ursprung der Facebook-Warnung nicht kennen, ist es nicht mehr nachvollziehbar, ob es irgendwo in Deutschland einen realen Vorfall gegeben hat. Wir gehen derzeit von keiner erhöhten Gefahr aus“, erklärt Kriminaloberrat Jochen Brauneck, Leiter der Direktion Kriminalität der Kreispolizeibehörde Paderborn. Er habe festgestellt, dass der weiße Bulli plötzlich zur selben Zeit überall im Bundesgebiet und sogar in den Nachbarstaaten auftaucht.

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