FC Gütersloh ist zahlungsunfähig



Gütersloh (hoh) - Chaos beim FC Gütersloh: Präsident Andre Niermann hat am Dienstag nicht nur angekündigt, abtreten zu wollen, sondern auch, dass er am Mittwoch die Zahlungsunfähigkeit des Oberligisten vor dem Amtsgericht anzeigen wird. Damit wäre ein Insolvenzverfahren eröffnet. 

Angeschlagen: Andre Niermann möchte sein Amt als Vorsitzender des FC Gütersloh abgeben.

„Ich habe die Schnauze voll“, erklärte Niermann im Gespräch mit der „Glocke“. Dass er sein Amt abgebe, sei so „sicher wie das Amen in der Kirche“. Später teilte der FCG-Boss dann mit, dass er am Mittwoch offiziell die Zahlungsunfähigkeit des Vereins vor dem Amtsgericht Gütersloh angeben werde. Sollte er dieses Vorhaben tatsächlich in die Tat umsetzen, wäre das gleichbedeutend mit einem Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das wiederum hätte zur Konsequenz, dass der FC Gütersloh automatisch als erster Absteiger in die Westfalenliga feststeht.

Konto des Vereins gesperrt

Das ist zuletzt passiert: Kurz vor Weihnachten sah sich Niermann mit der Nachricht konfrontiert, dass Philipp Frahmke, ehemals Marketingbeauftragter des FCG, einen Mahnbescheid für einen Pfändungsbeschluss über 15 000 Euro erwirkt hat. Diese Summe resultiere laut Niermann aus der Kündigung des Vertrags mit Frahmke im Oktober 2015, die zwar nicht schriftlich, aber mündlich vor Zeugen erfolgt sei. Die Widerspruchsfrist gegen die Forderungen von Frahmke sei verstrichen, da im Zuge der Trennung von Geschäftsstellenleiter Daniel Craes der Mahnbescheid in der Post untergegangen sei. Alles ziemlich kompliziert, doch die Konsequenzen waren simpel: Als Folge des Pfändungsbeschlusses wurde das Konto des FC Gütersloh noch vor der Feiertagen gesperrt, der sowieso stets klamme Verein war damit zahlungsunfähig.

„Diese Mittel kann ich nicht aufbringen“

Am Dienstag verhandelten die Anwälte von Frahmke und Niermann über eine außergerichtliche Lösung. Über das Ergebnis wurde der FCG-Boss am frühen Nachmittag informiert: „Es besteht anscheinend die Möglichkeit, das das Konto wieder freigeschaltet wird, wenn wir eine Sicherheitsleistung erbringen“, erklärt Niermann. Dann sagt er: „Aber diese Mittel kann ich nicht aufbringen, und der Verein kann es erst recht nicht.“ Eine Option sei noch, dass außenstehende Gönner des FCG spontan in die Bresche springen. Doch offenbar betrachtet Niermann diese Möglichkeit als so unrealistisch, dass er sich nicht anders zu helfen weiß, als am Mittwoch den schweren Gang zum Amtsgericht anzutreten.

Weitere Hintergründe zur drohenden Insolvenz des FC Gütersloh lesen Sie am Mittwoch, 28. Dezember, in der „Glocke“.

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