Fitness-Anlage für Flora-Westfalica-Park vorgeschlagen



Rheda-Wiedenbrück (kaw) - Finanziell verrenken wollen sich an dem Thema offenbar weder Politik noch Verwaltung, doch einfach unter den Tisch fallen soll der Bürgerantrag auf die Errichtung einer Anlage für Calisthenics im Flora-Westfalica-Park auch nicht.

Liegestütz im Grünen: Unter freiem Himmel trainieren auch Anhänger der Trendsportart Calisthenics ihre Fitness. Der Verwaltung liegt der Antrag einer Interessengemeinschaft für den Calisthenics-Sport in Ostwestfalen-Lippe auf die Errichtung einer geeigneten Anlage im Flora-Westfalica-Park in Rheda-Wiedenbrück vor.

Das Wort, dessen Aussprache allein zur sportlichen Herausforderung geraten könnte, steht für ein Training, das Übungen wie die guten alten Klimmzüge, Liegestütze und Co. umfasst. „Das ist eine Trendsportart, die sich großer Beliebtheit erfreut“, erläuterte Technischer Beigeordneter Stephan Pfeffer im Bau-, Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss. „Wir sehen das konstruktiv und würden das als Verwaltung gerne prüfen“, erklärte er zu dem Vorschlag von „Cali 16“. Diese Gemeinschaft der „Calisthenics & Street Lifting Community OWL“ schlägt vor, im Park eine für diesen „Street Workout“ geeignete Anlage „ergänzend zu den bereits dort platzierten szeneorientierten Freizeitmöglichkeiten wie dem Skate-Park“, einzurichten.

Für seinen Prüfvorschlag erhielt Pfeffer das grüne Licht der Ausschussmehrheit. Dabei betonten SPD und CDU, dass nicht zuviel Aufwand für die Bearbeitung des Antrags betrieben werden solle. Heinrich Splietker (FDP) stimmte dagegen. Er war sich bereits in der Sache sicher: „Wir können nicht für jeden Trendsport Flächen zur Verfügung stellen.“

Kostengünstig ind integrativ

In ihrem Schreiben an die Verwaltung erklärt „Cali 16“, dass Calinsthenics Elemente verwandter Sportarten wie etwa Turnen, Parkour, Tanzen, Aerobic, Leichtathletik und Yoga verbinde. Das Training sei vielseitig, effektiv und kostengünstig. Insbesondere jüngere Menschen würde diese Sportart in der Gruppe ansprechen. Eine Fitnessanlage unter freiem Himmel, wie sie „Cali16“ vorschwebt, sollte über Sprossenwände, Klimmzugstangen, Barren und Hangelleitern verfügen. Solch ein Gruppensportplatz berge auch „sozial-integrative Aspekte“, da sich verschiedene Interessenten, unabhängig von Herkunft, Schicht und Sprache, in Netzwerken organisieren und zu einem gemeinsamen Training verabreden könnten.

Schon jetzt würden sich in Gütersloh Gruppen mit Eigenkörpergewichtsübungen beschäftigen, und teils notgedrungen an Bäumen auf Spielplätzen oder Schulhöfen agieren. In Rheda-Wiedenbrück gebe es Aktive, die am Ratsgymnasium unter der Brücke sportlich üben würden, da kein passender Calisthenics-Platz existiere. Der Trimm-Dich-Pfad im Stadtholz etwa, so wird betont, „eignet sich für diese Zwecke leider keiner Weise, da die Geräte nicht dafür geeignet sind und diese zu weit auseinander stehen, für ein sinnvoll strukturiertes Training“.

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