Flüchtlinge packen beim Aufbau mit an



Kreis Gütersloh (mn) - Kabel werden gezogen,  Rohre winterfest eingepackt,  Waschmaschinen installiert,  Bürocontainer eingerichtet: Mit Hochdruck wird in Schloß Holte-Stukenbrock an der Zeltstadt als Notunterkunft für 1000 Flüchtlinge gearbeitet. Die ersten 250 Asylbewerber treffen Montag ein.

Am Montag werden die ersten Asylsuchenden in der 1000 Personen fassenden Notunterkunft in Stukenbrock-Senne einziehen. Die Zeltstadt ist innerhalb von drei Wochen aus dem Boden gestampft worden.

Einige Flüchtlinge sind allerdings schon seit ein paar Tagen auf dem sechs Fußballfelder großen Gelände. Sie kommen aus einer Unterkunft in Schöppingen und helfen bei der Einrichtung der Zeltstadt. So wie die vier jungen Männer aus Afghanistan, die am Freitagmorgen Matratzen und Spinde auspackten.

Am Montag ziehen die ersten Asylsuchenden in die Zeltstadt ein

Die Unterkunft in Schöppingen wird von European Homecare (EHC) betreut, jener Organisation, die sich ab Montag auch um die Bewohner der Notunterkunft auf dem Gelände an der Polizeischule in Stukenbrock-Senne kümmern wird. Das Aufbauteam von EHC hat die Flüchtlinge mitgebracht. „Die sind alle freiwillig hier und helfen gern“, sagt Projektleiter Frederik Köhler von der Bezirksregierung Detmold. Die Zeltstadt ist mit die größte Flüchtlings-Notunterkunft im Land. Zusammen mit den 500 Notplätzen in der Polizeischule ist Schloß Holte-Stukenbrock der größte Unterbringungsort für Asylsuchende in Nordrhein-Westfalen.

Winterfeste Plätze für 1000 Personen

Dort, wo vor drei Wochen noch weitgehend grüne Wiese war, ist in einer konzertierten Aktion sondergleichen die Notunterkunft aus dem Boden gestampft worden. 15 winterfeste Schlafzelte für jeweils bis zu 75 Personen – jedes mit einer eigenen Ölheizung – stehen in Reih und Glied am Rand des Areals. In der Mitte gibt es ein Essens- und Aufenthaltszelt mit 400 Quadratmetern, in dem am Freitag Tische und Stühle darauf warteten, ausgepackt zu werden. Im angeschlossenem Küchenzelt wird das Essen in Konvektomaten gegart und aufgewärmt. Gekocht wird dort nicht.

Gegenüber dem Aufenthaltsbereich steht ein Zelt eigens für Kinder, das sich in anderen Einrichtungen als sinnvoll herausgestellt hat. Das Gleiche gilt für eine in Containern untergebrachte Kleiderkammer und ein Eingangszelt, in dem die Flüchtlinge bei der Ankunft medizinisch in Augenschein genommen werden.

Großes Lob für schnelle Zusammenarbeit

In der Mitte des Platzes fallen zwei 600 Quadratmeter große Hallen aus Aluminium ins Auge. Drinnen finden sich je 50 Duschen und Toiletten sowie Waschmöglichkeiten. Die eine Halle ist für Männer, die andere für Frauen. Wie die technische Ausstattung zu handhaben ist, soll mit Piktogrammen und mehrsprachigen Texten erläutert werden.

„Alles hat prima geklappt“, berichtet Frederik Köhler vom Bau der Notunterkunft. Fast rund um die Uhr sei gearbeitet worden, um pünktlich fertig zu sein. Behörden und viele Firmen hätten mit großem Engagement Hand in Hand gearbeitet, sagt Mathias Cramer vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Bundes in Bielefeld. „Das war eine Ausnahmebaustelle. Die Genehmigungen kamen manchmal im Minutentakt.“

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 19. September.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.