Frau in Wohnung niedergestochen



Gütersloh (din/aktualisiert) - In einem Haus an der Friedrich-Ebert-Straße in Gütersloh hat ein Mann am frühen Dienstagmorgen eine 21-jährige Frau niedergestochen. Sie wurde dabei schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Der Mann flüchtete. Die Polizei richtete eine Mordkommission ein.

Im ersten Obergeschoss dieses Hauses an der Friedrich-Ebert-Straße hat ein Mann am frühen Dienstag eine 21-jährige Frau niedergestochen. Laut Kontaktdaten im Internet wird in dem Gebäude der Prostitution nachgegangen.

Am Mittag veröffentlichten die Bielefelder Polizei und die Staatsanwaltschaft eine gemeinsame, knappe Presseerklärung. Danach soll ein Mann die Frau „in ihrer Wohnung“ überfallen und niedergestochen haben. Die Frau sei gegen 2.10 Uhr aufgefunden und von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht worden. Es sei eine Mordkommission „Friedrich“ unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Bernd Kauschke eingerichtet worden. Die Ermittlungen dauerten an.

Am Nachmittag sagte der Bielefelder Staatsanwalt Christopher York der „Glocke“, die junge Frau habe zwischenzeitlich vernommen werden können. Das Mann habe geklingelt, die Frau habe ihm geöffnet. Sie habe ihn nicht gekannt. Eine Beziehungstat sei somit auszuschließen, sagte York auf Nachfrage. Es soll sich um eine „dunkelhäutige Person“ gehandelt haben.

Weitere Angaben zu den Aussagen des Opfers sowie zur Tatwaffe machte der Staatsanwalt mit dem Verweis auf die laufenden Ermittlungen und Täterwissen nicht. Gestohlen worden sei offenbar nichts. Gefunden worden sei die Frau von Personen „aus dem Umfeld“, so York.

Eine Bielefelder Polizeisprecherin hatte der „Glocke“ kurz zuvor gesagt, die Frau sei noch nicht vernehmungsfähig. Ermittelt werde in alle Richtungen, und auch eine Beziehungstat sei nicht ausgeschlossen. Dass es sich um einen Überfall gehandelt habe, lasse sich aus der Situation an Ort und Stelle schließen, die die Gütersloher Kollegen bei ihrem Eintreffen vorgefunden hätten.

Prostitution in den Obergeschossen

Nach Informationen der „Glocke“ wird in dem Haus der Prostitution nachgegangen. Die Adresse findet sich auf einschlägigen Internet-Portalen. Dort bieten Frauen in der ersten und zweiten Etage ihre Dienste an („Julia’s Team freut sich auf deinen Besuch“). Die Tat soll sich im ersten Obergeschoss über der ehemaligen Diskothek Music Tempel ereignet haben. Der Zugang liegt im Hof. Dort standen am Dienstag auch Autos mit auswärtigen Kennzeichen. Die Fenster waren mit Vorhängen verhängt.

Nach Angaben der Bild-Zeitung soll es sich bei dem Opfer um eine junge Türkin handeln.

Das Gebäude hatte früher wie das Nachbarhaus an der Carl-Bertelsmann-Straße einem Gütersloher Rechtsanwalt und Betreuer gehört, der wegen Untreue zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war. Nach der Zwangsversteigerung im Jahr 2014 hatten sich Nachbarn bei der Stadt wegen „unhaltbarer Zustände“ in dem Haus beschwert. Bemängelt wurden auch fehlende Rettungswege und Brandschutzmaßnahmen. Die Stadt hatte damals zugesagt, sich darum zu kümmern.

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