Frauen im Gemeinderat eine Minderheit



Wadersloh (dw) - In Nordrhein-Westfalen ist kein Stadtrat paritätisch von Frauen und Männern besetzt. Zu diesem Ergebnis kommt der Rechercheverbund Correctiv-Lokal, der für jede Stadt und Gemeinde im Land ausgewertet hat, wie hoch der Frauenanteil in den Kommunalparlamenten ist.

In Nordrhein-Westfalen sitzen in Kommunalparlamenten zu wenig Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt der Rechercheverbund Correctiv-Lokal, der für jede Stadt und Gemeinde im Land ausgewertet hat, wie hoch der Frauenanteil ist. In Wadersloh lag die Quote nach der Kommunalwahl bei 18 Prozent, durch Umbesetzungen ist sie auf 24 Prozent gestiegen.

In Wadersloh lag der Wert nach der Kommunalwahl 2014 nur bei 18 Prozent. Damit war die Flächengemeinde unter dem Landesdurchschnitt, denn der Frauenanteil an Ratsmitgliedern in NRW betrug demnach laut „Correctiv“ durchschnittlich 24 Prozent.

Sechs Frauen im Kommunalparlament nach Wahl 2014

Nach der Kommunalwahl im Mai 2014 nahmen im Ratssaal in Wadersloh lediglich sechs Frauen Platz und 27 Männer. „Wadersloh gehört damit zu den unteren 25 Prozent in ganz NRW“, schreibt der Rechercheverbund. Inzwischen sind aber zwei weitere Frauen ins Kommunalparlament nachgerückt, so dass im Wadersloher Rat acht Frauen (rund 24 Prozent) vertreten sind.

Quote könnte steigen

Nach der Kommunalwahl am 13. September könnte die Quote steigen: 25 der 75 Personen, die in den 16 Wahlbezirken der Flächengemeinde antreten, sind weiblich – das ist ein Drittel. Auf den Reservelisten der Parteien sieht es teils ähnlich aus: Bei SPD, FWG und FDP sind 5 von 16 Bewerbern Frauen (ungefähr ein Drittel). Auf der Liste der CDU stehen sieben Frauen (ein Fünftel) und 28 Männer. Immerhin: Unter den ersten Zehn auf der CDU-Reserveliste sind vier Frauen. Drei Frauen und vier Männer verewigte die AfD auf ihrer Reserveliste.

SPD-Fraktionsvorsitzende einzige Spitzenkandidatin

SPD-Fraktionsvorsitzende Anne Claßen ist die einzige Frau einer Wadersloher Partei, die eine Reservelisten anführt und damit Spitzenkandidatin ist. Die FWG schickt unter den ersten sechs Kandidaten auf der Liste drei Frauen und drei Männer ins Rennen. Sollte sie so wie bei der Wahl 2014 wieder sechs Mandate erringen, hätte sie diese Sitze paritätisch vergeben. Ganz anders bei der FDP: Dort befindet sich erst auf Platz 6 mit Liane Werner eine Kandidatin. Falls die 48-Jährige nicht ihren Wahlkreis direkt gewinnt (2014 gingen alle Wahlbezirke an die CDU), so zeigt ein Rechenbeispiel: Die Liberalen müssten am 13. September ungefähr so viele Stimmen auf sich vereinen, wie die SPD (18,9 Prozent) oder die FWG (17,9 Prozent) 2014 holte. 16 der 33 Sitze im neuen Gemeinderat werden über die 16 Wahlbezirke besetzt und 16 weitere über die Reservelisten der fünf Parteien. Außerdem ist Bürgermeister Christian Thegelkamp Mitglied im Kommunalparlament.

Frauen und andere Gruppen unterrepräsentiert

„Die Parlamente sind kein Abbild der Gesellschaft.“ Das ist eine Kernaussage des Artikels „Sexismus und Männerdominanz: Was Frauen in der Kommunalpolitik erleben“ von Correctiv-Lokal. Denn nicht nur Frauen seien unterrepräsentiert, sondern auch andere gesellschaftliche Gruppen wie Menschen mit Migrationshintergrund. Den größten Frauenanteil in NRW hatte nach der Wahl 2014/2015 laut „Correctiv“ der Stadtrat von Halle mit 44 Prozent.

Sassenberg „trauriges Schlusslicht“

Als „trauriges Schlusslicht“ bezeichnen die Autoren Sassenberg, wo keine einzige Frau im Stadtrat sitzt. Und das hat sich nicht geändert: Bis heute ist das Kommunalparlament ein reiner Männerclub. Generell gelte die Formel: Je kleiner die Gemeinde, desto niedriger der Frauenanteil im Rat. Positiv stellen die Autoren Münster heraus (33 Prozent Frauenanteil) und Telgte (41 Prozent). In Beckum sind immerhin 26 Prozent weiblich, in Ennigerloh hingegen nur 18 Prozent.

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