Freiheitsmelder: Staatsschutz ermittelt



Warendorf (pw) - Die Freiheits-Brandmelder werden zur Staatsaffäre. Seit Dienstag hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen und versucht herauszufinden, wer in der Innenstadt von Warendorf die mutmaßlich bis zu zehn Imitate von Brandmeldern mit ihren Freiheits-Botschaften installiert hat.

Sprüche wie diese in den Brandmelder-Imitaten in der Innenstadt Warendorf haben offensichtlich den Staatsschutz auf den Plan gerufen. Übrigens stammt dieses Zitat von Erich Kästner.

Die als Aktionskunst gedachte Installation, die seit geraumer Zeit für Aufsehen und heftige Diskussionen sorgt, zieht immer größere Kreise. Am Montag hatten in einem „Bekennerschreiben“, das der „Glocke“-Redaktion zugestellt worden war, die Urheber der Aktion, die sich nach den legendären polnischen Comic-Figuren „Lolek & Bolek“ nennen und anonym bleiben wollen, den künstlerischen Hintergrund ihrer Aktion erläutert.

Und jetzt hat der Staatsschutz in Münster die Ermittlungen an sich gezogen. „Wir haben den Fall abgegeben“, bestätigte Susanne Dirkorte, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde, gestern den Vorgang. Andreas Bode, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Münster, sagte, die Behörde sei von der Staatsanwaltschaft um Hilfe ersucht worden. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, erklärte Bode der „Glocke“. Unstrittig sei der Tatvorwurf der Sachbeschädigung. Das sei aber nicht Sache des Staatsschutzes. Hier müsse recherchiert werden, ob es sich um „politisch motivierte Kriminalität“ oder eben Kunst handele.

Käme man zu dem Ergebnis, dass es Kunst sei, gehe der Ball ermittlungstechnisch zurück nach Warendorf. Bis dahin ermittelt Münster mit dem ganzen Programm – Befragung etwaiger Zeugen, Abnahme von Fingerabdrücken – vor Ort.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.