Friedhofswesen bleibt in Hand der Stadt



Ahlen (dw) - Es bleibt dabei: Das Friedhofswesen bleibt in Ahlen in städtischer Hand. Die BMA ist jetzt im Betriebsausschuss mit einem Antrag gescheitert, die städtische Friedhofsbetreuung und -pflege sowie Bestattungen zu privatisieren. Nur der Verein selbst votierte für das Vorhaben.

Gegen eine Privatisierung des Friedhofswesens hat sich in Ahlen der Betriebsausschuss mit großer Mehrheit ausgesprochen. Die BMA hatte dies beantragt. Das Bild zeigt den Westfriedhof.

Peter Schneider (Stadtverwaltung) erläuterte in dem Gremium, dass er 44 Friedhofsverwaltungen in NRW angeschrieben habe. 13 Kommunen hätten geantwortet (Rückläuferquote: knapp 30 Prozent). Das Fazit: Nur sehr wenige Kommunen haben Dienstleistungen des Friedhofs- und Bestattungswesens an private Unternehmen vergeben. Und wenn doch, dann primär im Bereich der Pflege- und Unterhaltungsarbeiten, aber nicht Tätigkeiten der Friedhofsverwaltung und Arbeiten in engem Zusammenhang mit Bestattungen.

Die BMA hatte den Antrag gestellt, weil sie beim Friedhofswesen „erhebliche Einsparungspotentiale für die städtischen Finanzen“ sah sowie eine „deutliche Verbesserung des Leistungs- und Kostenangebotes im Zuge der jeweils unterschiedlichen Bestattungsformen“. Als Beispiel für eine Optimierung verwies die BMA auf die Nachbarstadt Ennigerloh.

Doch: Die Friedhöfe in Ennigerloh seien niemals städtisch gewesen, sondern seit jeher in kirchlichen Händen, unterstrich Schneider. Ob es durch die Vergabe bestimmter Aufgaben an private Unternehmen zu einer deutlich kostengünstigeren Friedhofspflege sowie damit zu deutlich kostengünstigeren Bestattungen gekommen sei, könne nicht eindeutig gesagt werden. Denn es fehlten Vergleichszahlen aus der Vergangenheit. Die Gebühren auf den Ennigerloher Friedhöfen lägen mit Ausnahme einiger Erdgrabstellen erheblich höher als in Ahlen, sagte Schneider.

Deshalb empfahl er den Politikern, den BMA-Antrag abzulehnen: „Aus Sicht der Verwaltung bestehen erhebliche Bedenken gegen die Ausgliederung der Friedhofsverwaltung“, ist in der Ausschussvorlage zu lesen. Das wollte die BMA nicht schlucken. Rolf Leismann warf der Verwaltung vor, dass sie nicht an Veränderungen interessiert sei.

Das sahen die Politiker von CDU, SPD und Grünen anders. Es gebe viele Beispiele, bei denen Privatisierung misslinge, meinte Dieter Bröer (Die Grünen). Rudolf Jaschka (CDU) berichtete von Gesprächen mit Bürgern, die sich gegen eine Privatisierung ausgesprochen hätten. Hans-Jürgen Metzger (SPD) lobte die Verwaltung für ihre Arbeit: „Wir sind gut aufgestellt in Ahlen.“

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