Gedenken an Jahrestag des Mauerfalls



Freckenhorst (bjo). „Der 9. November 1989 lehrt uns vielleicht, Apathie und Resignation zu überwinden, Verantwortung nicht auf andere abzuschieben, die Zuschauerrolle in der Kirche und der Gesellschaft zu verlassen.“ Diese Hoffnung hat der Freckenhorster Hermann Flothkötter.

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Flothkötter hielt gestern die Gedenkrede bei der Feierstunde zum 25. Jahrestag des Berliner Mauerfalls an der ehemaligen Freckenhorster Hauptschule.  Dort hatte 1999 ein Original-Mauerstück als Denk- und Mahnmal seinen Platz gefunden. An den Weg des bedeutsamen Stücks Beton in die Stiftsstadt erinnerte Winfried Honold: Kontakte der Freckenhorster Sozialdemokraten zur SPD im brandenburgischen Templin und dem damaligen Bezirksvorsitzenden Karl-Heinz Schade hatten es möglich gemacht, in Freckenhorst ein „würdiges Denkmal gegen das Vergessen der deutschen Teilung zu schaffen.“

Ein würdiges Denkmal, das auch künftig einen angemessenen Platz haben wird. Über einen neuen Standort gebe es eine fruchtbare Diskussion im Bezirksausschuss, erklärte Bürgermeister Jochen Walter: „Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Lösung finden.“ Er nutzte seine Ansprache auch, um besonders Marianne Webbeler zu danken, die den Impuls zur Gedenkstunde in der Stiftsstadt gegeben hatte.

„Der 9. November ist der Schicksalstag der Deutschen“, erinnerte der ehemalige LVHS-Direktor Hermann Flothkötter in seiner Ansprache an zahlreiche bedeutsame Ereignisse an diesem Tag. Einen solch’ freudigen historischen Tag wie den 9. November 1989 habe es in der deutschen Geschichte aber wohl nie gegeben: „Es war ein Wunder.“ Ein Wunder allerdings, für das im Vorfeld hart und konsequent gearbeitet worden sei, betonte Flothkötter und nannte Friedensgebete und Bürgertreffen, die seit den 1980er-Jahren in den evangelischen Kirchen der DDR stattgefunden hatten: „Diese Zusammenkünfte vermittelten Zuversicht.“

Auch machte Flothkötter deutlich, dass der Mauerfall nicht etwa bundesdeutschen Politikern, sondern den Menschen in den heutigen neuen Bundesländern „gehöre“: „Der Mut und die Zivilcourage der Montagsdemonstranten haben ihn möglich gemacht. Die Menschen auf der Straße wollten ihr Land in Freiheit und Demokratie aufbauen und nicht mehr von einer Partei diktatorisch unterdrückt werden.“

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier durch den Orchesterverein Freckenhorst. Unter Leitung von Martin Weiser spielte er nicht nur die Nationalhymne, sondern auch Beethovens „Ode an die Freude“ und das symbolträchtige „Mögen die Straßen uns zusammenführen“.

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