Georgische Folklore in der Waldorfschule



Everswinkel (ans). „Denn nur mit Kunst kann man die Welt verändern“- Im Sinne  des Künstlers Friedensreich Hundertwasser veranstalteten ehemalige  Schüler der Waldorfschule aus Tiflis in Georgien  ein Benefizkonzert in der Waldorfschule Everswinkel, um ihre Schule vor der Schließung zu bewahren.

Ehemalige Waldorfschüler aus Tiflis wollen mit Benefizveranstaltungen ihrer Schule in Georgien helfen, weiter zu existieren. In Everswinkel begeisterte das Ensemble die Zuschauer.  Bild: Schlüter

Als die Bildungseinrichtung 1994 gegründet worden war, existierte sie als eine staatliche Schule mit einem Autonomieabkommen in pädagogischen Angelegenheiten. Mit finanzieller Hilfe von verschiedenen, privaten Organisation wurde die Schule seither immer wieder saniert, und es wurden weitere Gebäude errichtet, sodass die Schule 2010 als beste Schule Georgiens ausgezeichnet wurde. Heute beherbergt die Waldorfschule in Tiflis 420 Schüler, die zwölf verschiedene Jahrgangsstufen besuchen. Da aufgrund der Veränderungen im georgischen Bildungswesen der Status „Autorisierte Schule“ inzwischen abgeschafft worden ist, aber die Waldorfschule sich auf keinen Fall an die strengen pädagogischen Vorgaben für eine öffentliche Schule anpassen möchte, fühlen sich die Verantwortlichen nun gezwungen, eine Schule in freier Trägerschaft zu werden. Um die 250 000 Euro für den Kauf des Grundstückes zu sammeln und somit die Schließung zu verhindern, ergriffen zwölf ehemalige Schüler die Initiative. Eine Benefizkonzertreihe mit insgesamt 30 Konzerten in Waldorfschulen in Deutschland und Österreich soll helfen. Mit georgischen Streichinstrumenten und Trommeln sowie mit Gitarren, Geigen, Gesang und Tanz begeisterten die jungen Künstler im Alter von 18 bis 21 Jahren das Publikum. Dass neben den durchaus größeren Tourzielen wie Hamburg und Basel auch Everswinkel eine Station ist, ergibt sich aus der langen Partnerschaft der beiden Schulen, die schon mehrere Schüleraustausche ermöglicht hatten. „Das Engagement der Schüler ist so unglaublich!“, erklärte Lehrerin Güleker Neuhaus, die selbst schon einmal im Zuge eines Austausches die Waldorfschule in Tiflis besucht hatte. „Diese Schüler sagen, wir wollen, dass unsere Kinder auch einmal unsere Schule besuchen können.“ Für ihr Vorhaben nahmen die Schüler sogar eine sechstägige Busreise und das Zelten auf mehreren Campingplätzen auf sich. In Everswinkel kehrten sie nach dem Konzert erst einmal in Gastfamilien ein, bevor es am nächsten Morgen wieder weiter ging.

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