Gesamtschule kooperiert mit Firma Hagedorn



Verl (rast) - Die Verler Gesamtschule wächst. Im Sommer ist der zehnte Jahrgang angelaufen. Praktika und der Weg in die Ausbildung stehen an. Gründe, sich dafür Kooperationspartner zu suchen. Schulleiterin Tanja Heinemann und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld haben einen Kooperationsvertrag mit dem Gütersloher Abbruch- und Bauunternehmen Hagedorn geschlossen.

Kooperationsvertrag geschlossen: (v. l.) Barbara Hagedorn vom Gütersloher Abbruchunternehmen, Gesamtschulleiterin Tanja Heinemann und Swen Binner von der IHK.

Nach einem Vertrag mit Nobilia ist es die zweite Kooperation für die Gesamtschule. Und in zwei Wochen wird ein Vertrag mit der Verler Firma Beckhoff Automation geschlossen. Wie Holger Erftemeier vom Führungsteam der Schule mitteilt, werden sechs Kooperationen angestrebt. „Vieles ist angebahnt, aber noch nicht unterschrieben.“ Außer auf die großen Unternehmen setzt die Gesamtschule aber auch auf Partnerschaften mit kleinen Firmen wie etwa dem Malerbetrieb.

Für die Schule liegt der Vorteil dieser Kooperationen darin, dass die Schüler es unter anderem einfacher haben, einen Platz für ein Praktikum zu finden. So sichert laut Erftemeier die Firma Hagedorn der Gesamtschule eine gewisse Zahl an Praktikumsplätzen zu. Und hätten die Schüler erst einmal einen Fuß in der Tür, sei es für sie auch einfacher, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Doch auch das Unternehmen profitiert. Auszubildende werden immer mehr zur Mangelware – besonders solche für den handwerklichen Bereich. „Niemand will heute noch aufs Dach oder im Regen stehen“, sagt Barbara Hagedorn. Sven Binner von der IHK zur Situation allgemein: „Die Bewerberzahlen stagnieren.“ Immer mehr Schulabsolventen wollen studieren.

Doch man kann auch mit einer Ausbildung Karriere machen. Hagedorn: „Ich will das Studium nicht schlechtmachen. Aber mein Mann und ich haben nicht studiert. Und so schlecht ist es für uns nicht gelaufen.“

Hagedorn unterstreicht, dass es zunächst einmal wichtig sei, dass die Schüler einen Einblick in die Praxis bekämen, um sich ein Bild von einem Unternehmen und einem Beruf zu machen. Durch eine Kooperation werde aber auch auf Firmen aufmerksam gemacht, die nicht so im Fokus der Schüler lägen.

Und ohne den Nachwuchs an Arbeitskräften sieht es auf Dauer schlecht aus für die Unternehmen. „Wir setzen auf Wachstum und planen neue Projekte. Wer soll unsere Visionen dann noch verwirklichen?“, fragt die Unternehmerin, die froh ist, dass Hagedorn rechtzeitig auf die sich ändernden Bedingungen reagiert und am Image gearbeitet habe. „Wir haben Abbruch salonfähig gemacht“, so Barbara Hagedorn.

Wie Schüler des Technikkurses der Gesamtschule Verl den Fuhrpark des Unternehmens Hagedorn erlebt haben und welche Zukunftspläne sie haben, das lesen Sie in der „Glocke“ von Dienstag, 12. März! 

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