„Großer Name ist nicht nur Wohlgefallen“



Kreis Gütersloh (dop) - Jazz-Legende Klaus Doldinger stellt am Mittwoch, 22. Oktober, in der Gütersloher Stadthalle mit seiner Band Passport und der Nordwestdeutschen Philharmonie (NWD) sein „Symphonic Project“ vor. Das Herforder Orchester hat diese Komposition 1967 bei ihm in Auftrag gegeben.

Altmeister des Jazz: Klaus Doldinger führt am Mittwoch, 22. Oktober, mit seiner Band Passport und der Nordwestdeutschen Philharmonie sein „Symphonic Project“ in der Gütersloher Stadthalle auf.

Was der Reiz an der Wiederaufführung ist und warum sich der 78-Jährige noch lange nicht als Rentner fühlt, verriet er in einem Interview mit der „Glocke“.

„Die Glocke“:  Herr Doldinger, Sie sind Musiker, Komponist und Bandleader, Aufsichtsratsmitglied der Gema und erklärter Familienmensch. Woher nehmen Sie die Energie für all das?

Doldinger:  Alles, was ich gern mache, stärkt mich. Dazu gehört die Musik ebenso wie der Kampf um bessere Konditionen für Musiker, die ich bei der Gema durchboxe.

„Die Glocke“: Wie schwer ist Letzteres in Internetzeiten?

Doldinger:  Sehr schwer. Früher bekam ein Musiker für jede verkaufte CD 40 Cent. Heute bekommt man – wenn überhaupt – für 10 000 Clicks im Internet 0, 01 Cent. Bei You Tube, wo viele meiner Kompositionen zu finden sind, erhält man gar nichts.

„Das Rentnerdasein ist mir fremd“

„Die Glocke“: Treibt es Sie deswegen immer wieder auf die Bühne?

Doldinger: Nein, aber das Rentnerdasein ist mir fremd. Natürlich sitze ich gern mal in der Sonne im Garten. Aber aufhören zu spielen, kommt mir noch nicht in den Sinn. Ich würde das gemeinsame Musizieren und den Kontakt mit den Kollegen zu sehr vermissen.

„Die Glocke“:  Auf was darf man sich bei Ihrem „Symphonic Project“ in Gütersloh freuen?

Doldinger:  Auf das, was die Fans gern hören, und auf eine Mischung aus Jazz, Fusion und Klassik. Natürlich sind meine Tatort-Erkennungsmelodie und die Filmmusik zu „Das Boot“ dabei – in orchestraler Fassung. Aber auch etliche Stücke, die ich für Passport geschrieben habe. Wir haben immer gut 50 von meinen 400 Kompositionen für diese Band im Repertoire.

Jedesmal eine staunenswerte Klangerweiterung

„Die Glocke“:  Was ist anders als bei der Premiere mit der NWD vor 47 Jahren? 

Doldinger:  Die Band und das Orchester sind heute ganz anders. Das verändert den Sound. Wir haben das Symphonic Project auch schon mit dem Bachcollegium in München gespielt und es klang neu. Für uns ist es jedesmal eine staunenswerte Klangerweiterung.

„Die Glocke“: Sie werden diese Version nicht nur in Gütersloh spielen . . .

Doldinger: Durch das Engagement der Kulturräume wird es sechs weitere Auftritte geben, darunter in Bielefeld, Minden, Herford und Paderborn. Das ist Freude und Herausforderung zugleich für uns. Denn es ist nicht leicht, an sieben Orten die so nah beieinander liegen, immer wieder genug Publikum zu ziehen, um die Hallen zu füllen.

Das vollständige Interview lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 3. Oktober.

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