Großzelt für Flüchtlinge in Stukenbrock



Schloß Holte-Stukenbrock/Düsseldorf (the/dpa) - Angesichts rasant steigender Flüchtlingszahlen baut das Land NRW zwei neue Großeinrichtungen für die Erstaufnahme. Auf Grundstücken  der Polizei in Schloß Holte-Stukenbrock und Selm-Bork (Kreis Unna) sollen je 1000 Asylsuchende untergebracht werden.

In Zelthallen wie diesen will das Land NRW künftig Flüchtlinge unterbringen. Die Unterkünfte sollen laut Innenminister Ralf Jäger (SPD) beheizbar und damit winterfest sein.

Das teilte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Montag in Düsseldorf mit. Weitere neue Standorte für Großunterkünfte sollen in Kürze folgen. Dabei setze das Land, „wo es sich anbietet“, auf Hallen oder winterfeste „Zelthallen“, die beheizt und klimatisiert seien sowie einen festen Boden hätten.

Der Zelte sollen in Kürze aufgebaut werden, hieß es seitens des Ministeriums gegenüber der „Glocke“. Wann die ersten Flüchtlinge auf dem Gelände der Polizeischule Schloß Holte-Stukenbrock ankommen werden, stehe noch nicht fest.

Seitens des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (LAFP) hieß es gegenüber der „Glocke“, die Aufnahme der Flüchtlinge werde die Arbeit der Polizeischule in nicht beeinträchtigen. Man stelle lediglich die Fläche zur Verfügung, die zudem in einem separaten Bereich des Geländes liege. Auch Personal werde seitens der Polizeieinrichtung nicht abgestellt, sagte LAFP-Sprecher Victor Ocansey. Insofern unterscheide sich die jetzige Maßnahme von der Aufnahme von bis zu 490 Asylbewerbern in den Gebäuden der Polizei im Herbst 2014. Damals war die Polizeischule auch organisatorisch beteiligt.

Überraschend sei die Entscheidung von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), in Schloß Holte-Stukenbrock Zelte aufzubauen, auch nicht gekommen, sagte Ocansey weiter. Bereits in der vergangenen Woche habe es eine Voranfrage gegeben, da die Bezirksregierung Arnsberg als in Fragen der Flüchtlingsversorgung landesweit zuständige Behörde ständig nach Unterbringungsmöglichkeiten suche.

Wer die Betreuung der Asylbewerber übernehmen wird, steht noch nicht fest.

Allein in der vergangenen Woche habe NRW rund 5700 Flüchtlinge aufgenommen. 2007 seien es im ganzen Jahr nur 5400 Flüchtlinge gewesen, sagte Jäger. Insgesamt seien zur Zeit 24.000 Menschen in Landeseinrichtungen untergebracht.

Wegen des hohen Organisationsaufwandes soll die hohe Zahl der kleinen Unterbringungseinheiten gesenkt werden. Mit neuen Großunterkünften soll drohende Obdachlosigkeit verhindert werden. „Wenn die Menschen morgens kommen, müssen sie abends ein Dach über dem Kopf haben und eine warme Mahlzeit“, sagte Jäger erneut.

In den Landesreinrichtungen werden die Flüchtlinge direkt nach ihrer Ankunft registriert und ärztlich untersucht. Erst einige Wochen später werden sie den Kommunen zugewiesen.

Nach mehreren Fällen unter anderem in Bonn räumte Jäger ein, dass es unter Bewohnern von Flüchtlingsunterkünften auch Auseinandersetzungen gebe. „Aber gemessen an der Zahl von jetzt 90.000 Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl von Auseinandersetzungen sehr gering.“

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