Gütersloh sendet Signale in Parkour-Welt



Gütersloh (jed) - „Die Anlage sieht ziemlich perfekt aus. Da waren ohne Zweifel Fachleute am Werk.“ Werner Gehring (83) hat bei der Einweihung des von ihm gestifteten 1600 Quadratmeter großen Parkour-Parks an der Ahornallee am Samstag einen zufriedenen Eindruck gemacht.

Zumal schon Könner vorführten, zu welchen artistischen Bewegungen die verschiedenen Elemente herausfordern. Grund zur Freude hatten indes auch all die Unterstützter, Förderer, Freunde, Begleiter, Parkour-Papa Claus-Peter „Pit“ Mosner vom Fachbereich Jugend und Bildung sowie natürlich die Traceure selbst – wie die Parkour-Sportler genannt werden. Nach dreijähriger Planung und sechsmonatiger Bauzeit konnte der größte, modernste und innovativste Parkour-Park Deutschlands übergeben werden.

Stellvertretend für alle Anwesenden unterstrich Bürgermeister Henning Schulz: „Wenn ich mich hier umsehe, bin ich stolz. Ab sofort geht von Gütersloh eine eindrucksvolle Botschaft durch die gesamte Parkour-Welt.“ Ausdrücklich dankte der Verwaltungschef seiner anwesenden Vorgängerin Maria Unger. Für sie war und ist die Trendsportart immer „eine Herzensangelegenheit“, wie die Ex-Bürgermeisterin betonte. Henning Schulz vergaß auch den eigentlichen Motor und Hauptinitiator der Szene, Pit Mosner, nicht: „Parkour steht für Community, für das Miteinander, für Gemeinsamkeiten. Es ist Ausdruck einer gelebten, engagierten Jugendkultur, einer Jugendkultur, die sich einmischt, die etwas verändert.“

Das letzte offizielle Wort gehörte korrekterweise dem Mann, ohne den der Parkour-Park nur eine Vision in den Köpfen einiger Enthusiasten geblieben wäre: „Ich freue mich, dass ich mit meiner Spende zum Entstehen der Anlage beitragen konnte. Ich sehe hier auch Beton. Es gehört viel Mut dazu, die Elemente ohne Blessuren zu durchqueren.“ Nachdem Werner Gehring allen Beteiligten „viel Glück, Spaß und Freude“ gewünscht hatte, stand der Hindernis-Eroberung durch die bereits unruhig mit den Turnschuhen scharrenden Sportler nach der Durchtrennung des obligatorischen roten Bands nichts mehr im Weg.

Von der allgemeinen Bewegungsfreude ließen sich auch einige Eröffnungsgäste anstecken. Bürgermeister Henning Schulz balancierte geschickt über Baumstämme; Dr. Martina Schwartz-Gehring tat es ihm auf einer schmalen Stange gleich. Werner Gehring („In meinem Alter muss man Rücksicht auf den Körper nehmen“) betrachtete das bunte Treiben als aktiver Radfahrer und Golfer mit sichtlichem Vergnügen aus sicherer Entfernung. Ihre große Feuertaufe wird die Begegnungsstätte übrigens beim 10. Gütersloher Parkour-Camp vom 20 bis 22. Juli zu bestehen haben.

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